Die Wissenschafter an den National Institutes of Health (NIH) - einer Behörde des Ministeriums für Gesundheitspflege und Soziale Dienste der Vereinigten Staaten mit Sitz in Bethesda (Maryland) - hatten die Mäuse einer Reihe von Substanzen ausgesetzt, die bei ihnen Juckreiz auslösen. Wenn den Mäusen jedoch das NPPB-Molekül oder die zu ihm gehörende Nervenzelle entfernt wurde, verschwand der Reiz.
NPPB gehört zu den sogenannten Neurotransmittern - dies sind chemische Botenstoffe, die zur Übermittlung sensorischer Signale von einer Nervenzelle an die andere geschickt werden. Die Forscher testeten NPPB auf seine mögliche Rolle bei der Auslösung unterschiedlicher Empfindungen - zunächst ohne Erfolg, wie Santosh Mishra, einer der an der Studie beteiligten Wissenschafter, berichtete. Die Versuche mit den Juckreiz-Substanzen seien dann aber "erstaunlich zu beobachten" gewesen. Bei den Mäusen, denen das Molekül entfernt worden sei, sei "nichts passiert. Die Mäuse wollten sich nicht kratzen."
Millionen Menschen leiden an chronischem Juckreiz
Da die Nervensysteme von Mäusen und Menschen einander ähneln, könnte es nach Angaben der Forscher gut sein, dass der Juckreiz beim Menschen auf ähnliche Weise ausgelöst wird. Die Forschungen könnten demnach zur Entwicklung von Medikamenten führen, die sich gezielt gegen bestimmte Moleküle richten, die den Juckreiz auslösen. Millionen von Menschen weltweit leiden an Krankheiten mit chronischem Juckreiz, wie etwa Ekzemen und der Schuppenflechte.
Da NPPB aber auch im Herzen, den Nieren und noch anderen Körperteilen auftritt, ist es bis zur Entwicklung von neuen Medikamenten gegen den Juckreiz noch ein weiter Weg. Versuche, das Molekül im Rückenmark zu kontrollieren, könnten unerwünschte Nebeneffekte in anderen Organen haben. "Also ist dies ein Anfang, nicht ein Abschluss", resümierte Mark Hoon, ein weiterer an der Studie beteiligter Forscher.
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