Ein Team von Forschern des Deutschen Primatenzentrums in Göttingen, der University of Kentucky in Lexington (USA) und der Universität Antananarivo auf Madagaskar haben die neuen Arten, die die wissenschaftlichen Namen Microcebus tanosi und Microcebus marohita (Bild) erhielten, nun erstmals im Fachmagazin "International Journal of Primatology" beschrieben.
Tiere leben nur auf Madagaskar
Schon 2010 hatte das Expertenteam über Erbgutanalysen herausgefunden, dass es mehr Mausmaki-Arten geben muss als bislang bekannt. DNA-Vergleiche zwischen den beiden entdeckten Lemuren und diesen Daten bestätigten, dass die aufgespürten Tiere neue Spezies sind. Mit ihnen steigt die Zahl der bekannten Mausmaki-Arten auf 20. Die Tiere leben, wie alle Lemuren, ausschließlich auf Madagaskar.
Microcebus tanosi ist nach Angaben der Forscher größer als andere Mausmakis und hat einen roten Kopf. Microcebus marohita sei der größte aller Mausmakis, habe aber auffällig kleine Ohren. Er wurde bereits auf die Rote Liste der bedrohten Tierarten gesetzt, weil der Wald, in dem der Primat entdeckt wurde, stark zerstört wurde, und das Tier bisher nur in diesem Gebiet bekannt ist.
Lemuren stark vom Aussterben bedroht
Laut der für die Rote Liste zuständigen Behörde, der IUCN Species Survival Commission, zählen madagassische Lemuren zu den Säugetieren, die am stärksten vom Aussterben bedroht sind. Ursachen dafür sind Brandrodung und Jagd.
Seit der letzten Evaluierung im Jahr 2005 hat sich die Zahl der stark bedrohten Lemuren-Arten von 27 auf 75 erhöht – insgesamt leben auf Madagaskar rund 100 Arten. Unter den gefährdeten befindet sich der kleinste Primat der Welt: der Madame Berthes Mausmaki.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.