3.000 Sonnen im Jahr

Ferne Galaxie produziert Sterne wie am Fließband

Wissen
18.04.2013 10:35
Mithilfe des ESA-Weltraumteleskops "Herschel" hat ein internationales Forscherteam eine Galaxie entdeckt, in der pro Jahr 3.000 neue Sonnen entstehen – das ist mehr als 2.000 Mal so viel wie in unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, und die höchste Sternentstehungsrate, die Astronomen bis dato je beobachten konnten.

Nach der Entdeckung der Galaxie mit dem Katalognamen HFLS3 hat ein internationales Team um Dominik Riechers von der Cornell University in Ithaca im US-Bundesstaat New York die ferne Sternfabrik mit zahlreichen weiteren Observatorien im All und auf der Erde genauer unter die Lupe genommen. 

"Es handelt sich um den detailliertesten Blick in die physikalischen Eigenschaften einer derart ferne Galaxie, der jemals gewonnen wurde", betont Riechers in einer Mitteilung des US-Radioobservatoriums NRAO, das an der Beobachtungskampagne beteiligt war.

12,8 Milliarden Lichtjahre alt
Laut Angaben der Forscher, die im britischen Fachblatt "Nature" über die Entdeckung berichten, hat die Galaxie HFLS3, die aktuellen Messungen zufolge 12,8 Milliarden Lichtjahre alt und 122 Billionen Kilometer von der Erde entfernt ist, eine Sternenmasse, die 40 Milliarden Mal die Masse unserer Sonne entspricht. Dazu komme noch Staub und Gas im Umfang von weiteren rund 100 Milliarden Sonnenmassen, so die Wissenschaftler.

"Detaillierte Informationen über solche Galaxien sind von zentraler Bedeutung, wenn wir verstehen wollen, wie sich Galaxien, Galaxiengruppen und -haufen im jungen Universum gebildet haben", sagt Riechers. Die Galaxie sei ein Beleg dafür, dass sehr intensive Phasen der Sternentstehung bereits 880 Millionen Jahre nach dem Urknall existiert haben, so der Forscher.

Über 100 frühe Sternfabriken katalogisiert
Erst am Mittwoch hatte ein anderes Forscherteam berichtet, dass es mithilfe des erst kürzlich offiziell in Betrieb genommenen ALMA-Teleskops in der chilenischen Atacama-Wüste gelungen sei, die Positionen von über 100 Galaxien im frühen Universum mit sehr aktiven Sternentstehungsgebieten genau zu bestimmen (Bericht in der Infobox).

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Wissen
18.04.2013 10:35
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung