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20.06.2013 - 04:15

Elefanten "reden" wie Menschen - nur viel tiefer

02.08.2012, 20:00
Elefanten "reden" wie Menschen - nur viel tiefer (Bild: EPA)
Foto: EPA
Ein internationales Forscherteam mit Wiener Beteiligung hat den Kehlkopf eines toten Elefanten zum "Reden" gebracht. Dabei fanden sie heraus, dass die Stimme der Elefanten genauso funktioniert wie jene der Menschen. Die Dickhäuter können sich in der Savanne über mehrere Kilometer weit verständigen. Dazu verwenden sie sehr tiefe Infraschall- Töne, die Menschen meist nicht hören können.

Bis jetzt wusste niemand, wie Elefanten diese tiefen Töne anstimmen können: So war unklar, ob sie etwa mit der Kehlkopfmuskulatur erzeugt werden wie das Schnurren einer Katze oder ob wie bei der menschlichen Stimme ein Luftstrom die Stimmbänder zum Schwingen bringt.

Kehlkopf von totem Tier Töne entlockt

Der Stimmforscher Christian Herbst von der Universität Wien hat es nun mit einem internationalen Team geschafft, dem Kehlkopf eines verstorbenen Elefanten Töne zu entlocken, die jenen von lebenden Elefanten ähneln. Dafür war ein Luftstrom notwendig, aber keine Hilfe der Muskeln, denn diese waren in dem präparierten Kehlkopf nicht mehr aktiv. Daraus schlossen die Forscher, dass Elefanten sich wie Menschen verständigen und nicht etwa schnurren. Die Organspenderin, eine 25 Jahre alte Afrikanische Elefantenkuh, war im Berliner Zoo eines natürlichen Todes gestorben.

"Das Ergebnis des Experiments kann man zwar hören, aber es ist genauso wichtig zu wissen, wie die Bewegung dahinter aussieht", erklärte Herbst. Dazu filmten die Forscher die Schwingungen der Stimmbänder mit Hochgeschwindigkeitskameras. Außerdem befestigten sie zwei Elektroden am Kehlkopf und konnten so mittels sogenannter Elektroglottogramme (kurz: EGGs) aufzeichnen, wann die Stimmritze offen und wann sie geschlossen ist. Auf diese Art und Weise, so Herbst, konnte man "indirekt sehr viel über die Stimmbandschwingung lernen".

EGGs und Hochgeschwindigkeitsaufnahmen bestätigten, dass die Stimmbänder alleine durch den Luftstrom zum Schwingen gebracht werden. Mit dem Experiment konnten sie allerdings nicht ausschließen, dass die Elefanten zusätzlich Laute mit den Kehlkopfmuskeln erzeugen können, so die Forscher, die ihre Studie in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Science" veröffentlicht haben.

Elefanten "sprechen" mit Infraschall

Im Schnitt lag die Frequenz, mit der das gut zehn Zentimeter lange Elefanten- Stimmband schwang, bei etwa 16 Hertz, was gut zu den Vorhersagen passt, schrieben die Forscher. Zum Vergleich: Männer sprechen mit ungefähr 100 Hz, Frauen mit 200 Hz, erklärte Herbst. Ein gut trainierter Opernbass könne etwa 70 bis 80 Hz tief tönen. Noch tiefer als Elefanten und Opernsänger kommen manche Wale mit neun Hz - sie haben auch mehr Resonanzraum für diesen kräftigen Bass.

AG/red
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