Vier Mitglieder müssen sich allerdings noch das endgültige Okay in ihren Heimatländern holen, was jedoch als sicher gilt. "Das ist ein Meilenstein für das Projekt", sagte ESO-Sprecher Lindberg Christensen. Innerhalb eines Jahres soll nun mit Arbeiten für das E-ELT in Chile begonnen werden. Bis dahin muss auch der Großteil der Finanzierung gesichert sein.
Zunächst ist nur das Geld für vorbereitende Bauarbeiten am zukünftigen Standort des Teleskops freigegeben - bis die 14 Mitgliedsländer zusammen mindestens 90 Prozent der rund 1,1 Milliarden Euro Fertigstellungskosten bewilligt haben. Als wichtig für die Finanzierung gilt auch der endgültige Beitritt Brasiliens zur ESO.
Auch Österreich beteiligt sich am E-ELT
Österreich war eines jener zehn Länder, die bei der Sitzung des ESO-Rates für das rund eine Milliarde Euro teure Spitzenteleskop gestimmt haben, wie das Wissenschaftsministerium am Dienstag auf Anfrage bekannt gab. Von 2012 bis 2021 wird Österreich insgesamt rund 6,2 Millionen Euro zu dem Projekt beitragen, laut Ministerium durch Mitgliedsbeiträge und Extrazahlungen.
Mit dem neuen Teleskop würden "Forscher unterschiedlicher Disziplinen ein wertvolles neues Werkzeug und eine neue Dimension bekommen, kann es doch 15 Mal mehr Licht sammeln als die gegenwärtig größte Anlage", so Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle in einer Stellungnahme. Auch Forschern heimischer Universitäten und Forschungseinrichtungen böten sich neue Möglichkeiten für ihre Forschung.
Spiegel mit 39,3 Meter Durchmesser
Das E-ELT ist als Teleskop mit einem segmentierten Hauptspiegel von 39,3 Metern Durchmesser konzipiert. Damit wird es das weltgrößte Teleskop für sichtbares und infrarotes Licht. Das Teleskop soll auf dem Cerro Armazones im Norden Chiles errichtet werden, in der Nähe des Paranal-Observatoriums der ESO.
Das E-ELT soll auf dem Berg Cerro Armazones in der nordchilenischen Region Antofagasta stehen, etwa 20 Kilometer vom bereits bestehenden ESO-Observatorium Paranal entfernt. Das Teleskop wird sowohl im sichtbaren als auch im infraroten Bereich arbeiten. Die Atacama-Wüste ist aufgrund der Trockenheit und Dunkelheit besonders gut für die Sternenbeobachtung geeignet. Daher steht dort bereits das Very Large Telescope (kurz: VLT) der ESO.
Bereits erste Bauaufträge vergeben
Für das E-ELT muss nun als Erstes eine Straße auf den 3.060 Meter hohen Berg gebaut werden. Die ersten Baumaßnahmen werden voraussichtlich in diesem Jahr beginnen. Erste Aufträge wurden bereits vergeben - so wurde ein Vertrag über eine detaillierte Designstudie für den komplexen adaptiven Spiegel des Teleskops abgeschlossen.
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