ESO- Astronomen machen bestes Bild von Dunkelwolke

17.01.2013, 09:26
ESO-Astronomen machen bestes Bild von Dunkelwolke (Bild: ESO/F. Comeron)
Foto: ESO/F. Comeron
Die Europäische Südsternwarte ESO hat am Mittwoch eine eindrucksvolle Aufnahme einer sogenannten Dunkelwolke veröffentlicht, in der sich gerade neue Sterne bilden. Das Bild zeigt zudem eine Ansammlung heißer und heller Sterne, die ihre staubige Kinderstube bereits verlassen haben. ESO- Angaben zufolge handelt es sich um die bis dato beste Aufnahme einer Dunkelwolke im sichtbaren Licht.

Die Dunkelwolke namens Lupus 3 liegt rund 600 Lichtjahre von unserer Erde entfernt im Sternbild Skorpion und wurde mithilfe eines 2,2- Meter- Teleskops der ESO am La- Silla- Observatorium in den chilenischen Anden aufgenommen. Der hier gezeigte Ausschnitt hat einen Durchmesser von ungefähr fünf Lichtjahren.

Während man auf der linken Seite der Aufnahme eine dunkle, langgezogene Struktur sieht, die einer Rauchwolke ähnelt, erleuchtet auf der rechten Seite eine kleine Gruppe heller Sterne die Szenerie. Auf den ersten Blick könnten die beiden Teile des Bildes gegensätzlicher nicht sein, aber dennoch sind sie in Wirklichkeit eng miteinander verknüpft.

Dunkelwolke ist Kinderstube für neue Sterne

Die dunkle Wolke besteht aus großen Mengen kosmischen Staubs und ist eine Kinderstube für neue Sterne. Mit ziemlicher Sicherheit ist unsere Sonne vor mehr als vier Milliarden Jahren in einer ganz ähnlichen Sternentstehungsregion geboren worden.

Die dichteren Regionen solcher Dunkelwolken ziehen sich durch ihre eigene Schwerkraft zusammen, heizen sich dabei auf und beginnen zu leuchten. Da sichtbares Licht in den frühen Phasen des Kollapses noch vom Staub der Wolke verschluckt wird, kann man den Prozess zu diesem Zeitpunkt nur bei größeren Wellenlängen, zum Beispiel im Infrarotbereich, beobachten. Sobald die neuen Sterne aber heißer und heller werden, beginnen ihre intensive Strahlung und die starken Sternwinde, die Wolken aufzulösen, und lichten so den Schleier.

Zwei Sterne sogar mit Feldstecher zu sehen

Die hellen Sterne rechts vom Zentrum des hier gezeigten Bildes sind ein perfektes Beispiel für so eine kleine Gruppe von heißen, jungen Sonnen. Ein Teil ihres intensiv blauen Lichts wird an dem verbliebenen Staub in der Umgebung gestreut. Die beiden hellsten Sterne sind bereits mit einem kleinen Teleskop oder sogar einem Feldstecher zu sehen. Sie sind vermutlich weniger als eine Million Jahre alt - so jung, dass sie ihre Energie noch nicht durch Kernfusionsprozesse (wie sie in der Sonne ablaufen) erzeugen.

wed
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