Seit Juli 2011 hatte "Dawn" den Asteroiden Vesta umkreist, über 28.000 Fotos von dessen Oberfläche geschossen und mit ihnen die Wissenschaftler zum Staunen gebracht. Jetzt schwenkt die Sonde aus ihrem Orbit um Vesta und fliegt weiter zum Zwergplaneten Ceres. Mit dem Flug zum größten bisher entdeckten Asteroiden, der erst vor Kurzem von der Internationalen Astronomischen Union den Status eines Zwergplaneten erhalten hat, beginnt ein neues Kapitel der "Dawn"- Mission.
Im Februar 2015 soll "Dawn" an ihrem neuen Ziel, das 415 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt ist, ankommen. Dabei ist Ceres ein Objekt, wie es kaum gegensätzlicher zu Vesta sein könnte: Statt einer festen Gesteinskruste wie bei Vesta besitzt Ceres über seinem inneren Gesteinskern eine Außenschicht aus Eis. In dieser Schicht könnte auch Wasser enthalten sein. Eventuell könnte der Zwergplanet auch eine hauchdünne Atmosphäre haben. "Bisher ist noch nie ein Raumschiff in einer Umlaufbahn um solch einen Körper gekreist", betont der deutsche Planetenforscher Jaumann.
Bis hinunter auf 690 Kilometer wird sich "Dawn" der Oberfläche des Zwergplaneten nähern. Anschließend soll die Sonde mindestens 50 Jahre lang auf einer stabilen Bahn in einer Art "Quarantäne" um Ceres kreisen. Die Planetenforscher wollen dadurch verhindern, dass irdische Mikroben, die möglicherweise an der Sonde haften, bei einem Absturz auf die Oberfläche von Ceres gelangen. Denn wenn dort eines Tages Spuren einfachen Lebens entdeckt werden sollten, sollten diese auf keinen Fall von einem Import von der Erde herrühren.
Die Mission "Dawn", die vom Jet Propulsion Laboratory der US- Weltraumbehörde NASA geleitet wird, startete im September 2007, knapp vier Jahre später erreichte "Dawn" nach einer 2,7 Milliarden Kilometer langen Reise am 15. Juli vergangenen Jahres schließlich Vesta, den nach Ceres und dem Asteroiden Pallas drittgrößten Himmelskörper im sogenannten Asteroiden- Hauptgürtel, der sich zwischen Mars und Jupiter erstreckt.