Wasser zu warm

Das südlichste Korallenriff der Welt verliert Farben

Wissen
24.03.2010 09:57
Australische Forscher schlagen Alarm: Das südlichste Korallenriff der Welt hat wegen des Klimawandels zum ersten Mal einen Großteil seiner bunten Farbenpracht verloren. Wie der Wissenschaftler Peter Harrison von der Southern Cross University am Mittwoch sagte, ist ein Anstieg der Wassertemperatur um zwei Grad Celsius für das Ausbleichen der Korallen verantwortlich, die die Lord-Howe-Insel rund 600 Kilometer östlich von Sydney säumen.

"Wir hoffen, dass sich die überwiegende Mehrheit der Korallen wieder erholen kann, aber im Moment steht das ganze System auf des Messers Schneide", sagte Harrison, der das Riff seit 1993 beobachtet. Das warme Wasser strömte demnach aus tropischen Bereichen rund um das berühmte Great Barrier Reef, das weltweit größte Korallenriff an der australischen Ostküste, nach Süden. Harrison führt den Anstieg der Wassertemperatur auf den Klimawandel zurück und warnte vor weiteren negativen Folgen der Erderwärmung auf das Riff. Die jetzige Korallenbleiche sei eine "Warnung".

Algen sorgen für Buntheit der Korallen
Wenn Korallen ausbleichen, stoßen sie jene Algen ab, die sonst für ihre bunte Färbung sorgen. Nach Einschätzung von Harrison kann das Riff rund um die Lord-Howe-Insel, das zum Weltnaturerbe der UNESCO gehört, überleben, wenn sich das Meerwasser schnell wieder abkühlt. Um sich von einer schweren Bleiche zu erholen, bräuchten die Korallen aber Jahrzehnte. Das warme Wasser hat demnach auch negative Auswirkungen auf andere Meeresbewohner, darunter eine Seeanemonen-Art, die einem seltenen Fisch Schutz bietet.

80 verschiedene Korallenarten
Die Gewässer rund um die Lord-Howe-Insel zeichnen sich durch ihre außergewöhnlich große Artenvielfalt an Meerestieren aus. Ermöglicht wird diese dadurch, dass das Meer hier sowohl für Organismen aus tropischen als auch aus gemäßigten Gewässern als Lebensraum geeignet ist. Die Gewässer gelten als eines der wenigen auf der Erde, wo sich kalt- und warmwasserliebende Meerestiere ständig begegnen. Wissenschaftler haben rund um die Lord-Howe-Insel u.a. 477 Fisch-, über 300 Algen- und mehr als 80 Korallen-Arten ermittelt.

Foto: Southern Cross University/Peter Harrison

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