Bei Schwangeren

Chemotherapie laut Studie für Babys nicht schädlich

Wissen
10.02.2012 11:59
Frauen, die sich während ihrer Schwangerschaft einer Chemotherapie unterziehen müssen, brauchen sich einer Studie zufolge keine Sorgen um die Gesundheit ihres Babys zu machen: Das Kind wird durch eine Chemotherapie nicht geschädigt, haben Wissenschaftler nun herausgefunden.

Europäische Krebsspezialisten untersuchten 68 Schwangerschaften, aus denen 70 Kinder hervorgingen. Im Durchschnitt waren die Frauen in der 18. Woche schwanger, als bei ihnen Krebs diagnostiziert wurde. Die Babys kamen im Durchschnitt in der 36. Schwangerschaftswoche zur Welt.

Die Wissenschafter untersuchten die Kinder bei der Geburt, im Alter von 18 Monaten und im Alter von entweder fünf, acht, neun, elf, 14 oder 18 Jahren. Geprüft wurden der allgemeine Gesundheitszustand, etwaige Schäden des zentralen Nervensystems, des Herzens oder des Gehörs. Auch die Wahrnehmungs- und andere Geistesfähigkeiten wurden getestet.

Die Spezialisten hätten keinen Hinweis darauf gefunden, dass die Kinder durch die Krebsbehandlung geschädigt wurden, heißt es in der Studie, die am Freitag im renommierten Wissenschaftsmagazin "The Lancet Oncology" veröffentlicht wurde. Zwar hatten Frühgeborene geringere kognitive Fähigkeiten, doch dies sei auch ohne Chemotherapie häufig der Fall, so die Forscher.

Ärzten raten Schwangeren zu Krebsbehandlung
"Kindern, die vor der Geburt einer Chemotherapie ausgesetzt waren, geht es genauso gut wie anderen Kindern", unterstreichen die Wissenschaftler in ihrer Studie. Sie raten Ärzten deshalb, bei schwangeren Frauen mit einer Chemotherapie nicht zurückhaltend zu sein. Auch sollten Ärzte die Geburt nicht früher einleiten, in der Hoffnung, das Baby so zu schützen.

Eine Chemotherapie könne ab der 14. Schwangerschaftswoche verabreicht werden, stellen die Krebsexperten weiter fest. Die Entbindung solle so geplant werden, dass sie mindestens drei Wochen nach der letzten Chemotherapie stattfindet, damit sich das Knochenmark erholen kann und um das Risiko einer Blutvergiftung oder schweren Blutung bei Mutter und Kind zu vermeiden. Eine Chemotherapie solle demnach auch nicht nach der 35. Schwangerschaftswoche stattfinden, weil dies plötzliche Wehen auslösen könne.

Weitere Untersuchungen nötig
In der Untersuchung wird kurz darauf verwiesen, dass weitere Untersuchungen zu Langzeitschäden nötig seien. Die Studie wurde von Frederic Amant vom Krebsforschungsinstitut der Katholischen Universität im belgischen Löwen geleitet.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Wissen
10.02.2012 11:59
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung