Die bisher entdeckten fast 350 Exoplaneten, wie die Planeten in fremden Sonnensystemen genannt werden, waren meist nur riesige, oft vermutliche gasförmige Planeten, die eher an Jupiter als die Erde erinnern.
Gliese 581 "e" ist wahrscheinlich ein Gesteinsplanet, aber für flüssiges Wasser und damit für Leben, wie wir es kennen, ist es auf ihm viel zu heiß. Der Stern besitzt jedoch drei weitere Planeten, die ebenfalls Mayor und Kollegen in den vergangenen Jahren entdeckt haben. Mit ihren neuen Messdaten konnte sie deren Umlaufbahnen genauer ermitteln, wodurch der Planet Gliese 581 d erneut ins Blickfeld geraten ist.
Meer auf Gliese 581 "d"?
Die Astronomen berechneten auch die Umlaufbahn des 2007 entdeckten Planeten Gliese 581 "d" (in blauer Farbe) neu. Er ist mindestens siebenmal so schwer wie die Erde und kreist innerhalb von 67 Tagen in der sogenannten bewohnbaren Zone um seine Sonne. Auf ihm könne sich zudem ein "großes tiefes Meer" befinden, erklärte der Schweizer Forscher Stephane Udry
"Der Heilige Gral bei der Suche nach Exoplaneten ist es, einen Planeten zu finden, der ungefähr so schwer ist wie die Erde und gleichzeitig Bedingungen für Wasser hat", sagte der französische Wissenschaftler Thierry Forveille telefonisch der Nachrichtenagentur AFP. Nun sei beides getrennt voneinander entdeckt worden - "wir kommen der Sache also näher", sagte Forveille. Der 20,5 Lichtjahre von der Erde entfernte Stern Gliese 581 gehört zum Sternbild Waage.
Vier Jahre lang beobachtet
Der Bekanntgabe der Forschungsergebnisse gingen vierjährige Arbeiten mit dem 3,6-Meter-Teleskop der ESO in La Silla in Chile voraus. Die ESO wurde im Jahr 1962 gegründet, um auch europäischen Astronomen Beobachtungsmöglichkeiten am Südsternhimmel zu verschaffen. Sie zählt 14 Mitgliedsstaaten, zu denen seit dem Juli vergangenen Jahres auch Österreich zählt.
Exoplaneten gehören nicht unserem Sonnensystem an, sondern einem anderen Planetensystem bzw. umkreisen einen anderen Stern.
Foto: ESO/L. Calçada
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