Selbst wenn es gelingt, die Klimaziele von Kyoto sofort umzusetzen, wird der Regenwald trotzdem langfristig leiden, befürchtet die Organisation. Es handle sich um ein sehr empfindliches Ökosystem. Wissenschaftliche Simulationen prognostizieren einen Kippeffekt bei einer Schädigung des Waldes über einen bestimmten Prozentsatz hinaus. Dann brechen die restlichen Teile des Feuchtigkeitskreislaufs zusammen. Damit wäre die Artenvielfalt am Amazonas verschwunden - mit heute noch unvorstellbaren Auswirkungen auf alle Kontinente. Denn die tropischen Wälder sind die Motoren des weltweiten Wetters.
Sterbender Regenwald sorgt für Wetteränderungen
"Wenn Regenwälder wie jener am Amazonas verschwinden, ändert sich das Wetter der Erde extrem. Überschwemmungen, Hitze- und Frostperioden, rasche Umschwünge, Ernteausfälle und Wasser- sowie Energiekrisen wären auch in Mitteleuropa vorprogrammiert", so Glanzl. Außerdem tragen die sterbenden Regenwälder selbst auch massiv zur globalen Erwärmung bei. 600 Milliarden Tonnen Kohlendioxid (etwa 170 Milliarden Tonnen Kohlenstoff) sind laut neuen Forschungsergebnissen des Schweizer IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) allein im Amazonas-Regenwald gespeichert. Ein sterbender oder brennender Wald gibt den Kohlenstoff wieder frei.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.