Im Auftrag des US- Verteidigungsministeriums
in Washington haben die Biologen Jerry Bromenshenk und Colin Henderson
von der Universität Montana die unglaublichen Möglichkeiten
der kleinen Insekten erforscht. Zu den großen Vorteilen
der Biene gehört, dass sie großflächig Gebiete
durchkämmen kann und zudem ihre segensreiche Kunst in gerade
mal zwei Tagen erlernt. Hunde brauchen mindestens ein halbes Jahr,
um für die Spürkommandos einsatzfähig zu sein.
10.000 Dollar für Beseitigung
Zudem sind Bienen billig, Hunde teuer. Die durchschnittlichen
Gesamtkosten für die Beseitigung einer Landmine in Afghanistan,
die im Verkauf gerade mal drei Dollar (etwa 2,40 Euro) kostet,
wird von den Vereinten Nationen (UN) mit 10.000 Dollar angegeben.
Einen besonders hohen Anteil an den Kosten muss für Training
und Unterhalt der Hunde aufgebracht werden.
Im Test 90% erfolgreich
Die Forscher in Montana müssen allerdings noch
zugeben, dass ihr Bienen- Spezialisierungs- Programm noch nicht
ganz ausgereift ist.
Erstmals wurden die Fähigkeiten der geschulten Bienen
im August 2003 auf einem Minen- Testfeld des US- Militärs im
Bundesstaat Missouri erprobt. Über 90 Prozent aller Minen
seien von den Insekten gefunden worden, hieß es.
Bienen tanzen über Minen
Den Bienen bringt man bei, gewisse Gerüche -
wie zum Beispiel Sprengstoff - mit Nahrungsquellen zu assoziieren.
Wenn sie sich dann auf einen ihrer zahlreichen Nahrungsflüge
machen, versammeln sie sich am geruchsintensivsten Ort. Ein Lasersystem
erfasst ihre Bewegungen und Reaktionen und erstellt eine entsprechende
Karte mit den mutmaßlichen Standorten der Landminen.
Zukunft
Eines Tages soll es möglich sein, dass Bienen
nach Massenvernichtungswaffen oder auch nach Massengräbern
suchen, so die Wissenschaftler. Schon heute ist erwiesen, dass
Bienen auf die Chemikalie Zyklohexanon und das Gewürz Anis
trainiert werden können.