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Bienen suchen Minen

28.11.2006, 15:46
Bienen suchen Minen
Honigbienen sollen Menschen in aller Welt von der lebensgefährlichen Plage der Millionen Landminen befreien. Denn die gemeine Biene ist nach Ansicht renommierter Wissenschaftler beim Aufspüren der todbringenden Minen effektiver als teure Suchgeräte und sensible Schnüffelhunde.
Im Auftrag des US- Verteidigungsministeriums in Washington haben die Biologen Jerry Bromenshenk und Colin Henderson von der Universität Montana die unglaublichen Möglichkeiten der kleinen Insekten erforscht. Zu den großen Vorteilen der Biene gehört, dass sie großflächig Gebiete durchkämmen kann und zudem ihre segensreiche Kunst in gerade mal zwei Tagen erlernt. Hunde brauchen mindestens ein halbes Jahr, um für die Spürkommandos einsatzfähig zu sein.
 
10.000 Dollar für Beseitigung
Zudem sind Bienen billig, Hunde teuer. Die durchschnittlichen Gesamtkosten für die Beseitigung einer Landmine in Afghanistan, die im Verkauf gerade mal drei Dollar (etwa 2,40 Euro) kostet, wird von den Vereinten Nationen (UN) mit 10.000 Dollar angegeben. Einen besonders hohen Anteil an den Kosten muss für Training und Unterhalt der Hunde aufgebracht werden.
 
Im Test 90% erfolgreich
Die Forscher in Montana müssen allerdings noch zugeben, dass ihr Bienen- Spezialisierungs- Programm noch nicht ganz ausgereift ist.
Erstmals wurden die Fähigkeiten der geschulten Bienen im August 2003 auf einem Minen- Testfeld des US- Militärs im Bundesstaat Missouri erprobt. Über 90 Prozent aller Minen seien von den Insekten gefunden worden, hieß es.
 
Bienen tanzen über Minen
Den Bienen bringt man bei, gewisse Gerüche - wie zum Beispiel Sprengstoff - mit Nahrungsquellen zu assoziieren. Wenn sie sich dann auf einen ihrer zahlreichen Nahrungsflüge machen, versammeln sie sich am geruchsintensivsten Ort. Ein Lasersystem erfasst ihre Bewegungen und Reaktionen und erstellt eine entsprechende Karte mit den mutmaßlichen Standorten der Landminen.
 
Zukunft
Eines Tages soll es möglich sein, dass Bienen nach Massenvernichtungswaffen oder auch nach Massengräbern suchen, so die Wissenschaftler. Schon heute ist erwiesen, dass Bienen auf die Chemikalie Zyklohexanon und das Gewürz Anis trainiert werden können.
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