Bauern greifen für die Frucht zur "Sonnenmilch"

31.07.2008, 13:42
Bauern greifen für die Frucht zur "Sonnenmilch" (Bild: APA/BARBARA GINDL)
Foto: APA/BARBARA GINDL
Kein Witz, traurige Wahrheit: In den von Klimwandel und Ozonloch besonders betroffenen Anbaugebieten in Australien und dem agrarstarken US- Bundesstaat Kalifornien greifen Bauern jetzt zu einer Art "Sonnenmilch", um die Frucht vor der mittlerweile zerstörerischen Kraft der Sonne zu schützen. "Apfelschale reagiert genauso empfindlich auf UV- Strahlung wie die menschliche Haut. Und man kann keinen Apfel mit braunen Punkten, die wie Hautkrebs- Muttermale aussehen, verkaufen", berichtet ein kalifornischer Farmer.

Die Sonnenmilch, die derzeit für Obst, Nüsse und Weintrauben eingesetzt wird, ist genau genommen eine Salzlösung. Dafür wird kristallmodifiziertes Kalziumkarbonat benutzt. Die mikroskopisch kleinen Salzkristalle werden auf den Plantagen mit Wasser versprüht, setzen sich als dünner Film über die gesamte Frucht und dienen fortan als Sonnen- und Austrocknungsschutz. Die Kristalle wirken wie kleine Prismen, sie lassen die "gesunde" Sonnenstrahlung durch und blockieren schädliche UV- Strahlung.

Für den Menschen ist das modifizierte Kalziumkarbonat (Kalziumsalz der Kohlensäure, im Trinkwasser bestimmt es den Härtegrad) nicht gefährlich, die Kristalle werden aber beim Waschprozess nach der Ernte wieder abgerieben. Bei Weintrauben ist es etwas komplizierter, hier können die Kristalle erst nach der Verarbeitung vollständig entfernt werden. "Sie setzen sich im Weintank am Boden ab und können dann abgeschöpft werden", berichtet ein australischer Bauer der Associated Press. "Ohne den Sonnenschutz würden meine Weinberge aussehen wie Olivenhaine." Bei den Äpfeln ist es ähnlich: Braun gepunktete Frucht taugt höchstens zur Saftpressung - und die ist wenig rentabel, wenn der Apfel zum Rohverzehr herangezüchtet wurde.

Sonnenschutz- Frucht erzielt höhere Preise

Während es den Sonnenschutz in den USA schon seit zwei, drei Jahren gibt und etwa damit behandelte Nüsse um sechs bis zehn Dollar- Cent pro Kilogramm teurer verkauft werden können, hat man ihn in Australien erst gerade eben entdeckt. Dafür soll sein Einsatzgebiet in Down Under ausgeweitet werden: Derzeit laufen Tests mit Tomaten, Kiwis und Litschis. Hierzulande ist der Einsatz solcher Mittel zum Glück noch nicht notwendig geworden.

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