Normalerweise ist der Staub um ein so großes Schwarzes Loch 700 bis 1.000 Grad Celsius heiß. Der kühle Wind spiele vermutlich eine wichtige Rolle in der komplexen Beziehung zwischen dem Schwarzen Loch und seiner Umgebung, berichten Forscher um den deutschen Astronomen Sebastian Hönig im Fachblatt "The Astrophysical Journal".
Kern von naher Galaxie NGC 3783 untersucht
Die Astronomen hatten mit dem VLT (Bild 2) den Kern der nahe gelegenen aktiven Galaxie NGC 3783 untersucht. Wie in fast jeder Galaxie beherbergt auch diese in ihrem Zentrum ein gigantisches Schwarzes Loch. Es verleibt sich derzeit große Mengen Materie aus seiner Umgebung ein, wobei sehr viel Energie in Form von intensiver Strahlung frei wird. So bildet sich ein energiereicher sogenannter Aktiver Galaxienkern (Active Galactic Nucleus, AGN).
Die bisherigen Modelle gehen davon aus, dass Schwarze Löcher von großen, heißen Staubringen umgeben werden. Tatsächlich beobachteten die Astronomen auch um das Schwarze Loch im Zentrum von NGC 3783 einen solchen heißen Staubring. Zu ihrer Überraschung stießen sie jedoch auch auf große Mengen kühlen Staubs ober- und unterhalb dieses Rings. "Das ist das erste Mal, dass wir in der Lage sind, detaillierte Beobachtungen des kühlen Staubs mit Raumtemperatur um einen AGN im mittleren Infrarotbereich mit ähnlich detaillierten Beobachtungen des sehr heißen Staubs zu vereinen", erläutert Hönig, der an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und an der Universität von Kalifornien in Santa Barbara arbeitet.
Strahlung bläst Staub von Schwarzem Loch weg
Der Staub bildet einen kühlen Wind, der vom Schwarzen Loch weg strömt. Die Entdeckung könnte zu einem besseren Verständnis der Dynamik Aktiver Galaxienkerne führen, hoffen die Astronomen. Sie zeige erstmals, dass Staub von der intensiven Strahlung eines Schwarzen Lochs weggedrückt werde. Zwar verschlucken Schwarze Löcher jede Menge Materie, die dabei freiwerdende Strahlung scheine gleichzeitig jedoch auch Materie wegzublasen, erläuterte die ESO an ihrem Hauptsitz in Garching bei München. Das Zusammenspiel dieser beiden Effekte werde noch nicht verstanden, so die Forscher.
Das Bild zeigt eine künstlerische Darstellung des staubigen Windes, der vom Schwarzen Loch im Zentrum der Galaxie NGC 3783 ausgeht.
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