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25.04.2014 - 02:01

Arktis- Meereis heuer dramatisch geschrumpft

09.09.2011, 14:13
Arktis-Meereis heuer dramatisch geschrumpft (Bild: Christof Lüpkes, Alfred-Wegener-Institut)
Das Meereis in der Arktis ist im heurigen Sommer auf einen neues Minimum zusammengeschmolzen. Mit einer Fläche von 4,24 Millionen Quadratkilometern sei am Donnerstag eine neue Negativmarke erreicht worden, teilte die Universität Bremen am Freitag mit. Damit wurde die bisher geringste Eisausdehnung im Nordpolarmeer aus dem Jahr 2007 unterboten.

Vor vier Jahren war die Eisausdehnung auf eine Fläche von 4,3 Millionen Quadratkilometer geschrumpft. "Der Rückgang des sommerlichen Eises beträgt seit 1972 bereits 50 Prozent. Für Kleinlebewesen, die an der Unterseite des Eises leben und gleichzeitig Ausgangspunkt der Nahrungskette auch für uns Menschen sind, bleibt immer weniger Lebensraum", erläuterte Georg Heygster vom Institut für Umweltphysik der Universität Bremen. Ursache für den Rückgang des Eises ist vor allem der Klimawandel.

Nach Heygsters Angaben schwankt die Eisausdehnung im Jahresverlauf zwischen etwa 15 Millionen Quadratkilometern im März und fünf Millionen im September. Der aktuelle Wert sei um 0,6 Prozent geringer als das Minimum von 2007 und könnte in den nächsten Wochen geringfügig weiter abnehmen. Auch in diesem Jahr seien die Nordost- und Nordwestpassage wieder gleichzeitig eisfrei. Dieses Phänomen sei erstmals 2008 beobachtet worden. Mit einem neuen Tiefstand der Eisbedeckung in diesem September hatten Wissenschaftler schon vor Wochen gerechnet.

Große eisfreie Flächen in der Laptev- See

Lars Kaleschke, Wissenschaftler am Klima- Campus der Universität Hamburg, hatte schon vor einigen Tagen mit einem ähnlich großen Eisverlust wie 2007 gerechnet. Die Eismassen verteilten sich in diesem Jahr aber räumlich anders. So gebe es jetzt auffällig große eisfreie Flächen innerhalb der Packeis- Zone, etwa in der Laptev- See im Norden Russlands. "Das Loch tat sich Anfang August auf, wurde immer größer und hat inzwischen die Größe Hollands erreicht", sagte Kaleschke.

Zwei Faktoren könnten aus Sicht der Forscher in diesem Sommer eine wichtige Rolle gespielt haben. So hatten Messungen eine sehr geringe Dicke des Meereises ergeben. Der Durchschnittswert liegt bei 90 Zentimetern. Im Jahr 2001 waren es noch etwa zwei Meter. Außerdem gibt es einen steten Transport von Meereis in eisfreie Regionen des Nordpolarmeeres. "Dort sind die Wassertemperaturen wegen der Einstrahlung und Absorption hoch, sodass Schollen, die dorthin driften, schnell abschmelzen", sagte Rüdiger Gerdes vom Alfred- Wegener- Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremen.

AG/red
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