2.000 Jahre alt

Antike Werkstatt für Bronzespiegel in China entdeckt

Wissen
01.05.2013 08:00
In der chinesischen Provinz Shandong haben Archäologen nahe der Stadt Zibo eine rund 2.000 Jahre alte Werkstatt für Spiegel aus Bronze entdeckt. Laut Angaben der Forscher handelt es sich um den ersten derartigen Fund im Reich der Mitte.

Über 100 steinerne Gussformen, Gießereigruben, Brunnen und Blasebälge wurden in einem Dorf nahe Zibo ausgegraben, berichtet der stellvertretender Direktor des Archäologischen Instituts der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften, Yunxiang Bai, der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

Laut Angaben von Bai vermuten die Forscher, dass die Werkstatt in einer frühen Ära der Han-Dynastie (202 vor bis 220 nach Christus) in Betrieb war, als die dereinst teuren Bronzespiegel allmählich auch für Normalbürger erschwinglich wurden. "Es ist das erste Mal, dass eine Werkstatt (Bilder) für Bronzespiegel entdeckt wurde. Das bietet uns wertvolle Einblicke in Technologien, die Chinas antike Spiegelhersteller verwendet haben", so Bai. 

Die bei den Ausgrabungen gefundenen Gussformen repräsentieren laut Angaben von Experten den Modegeschmack der damaligen Zeit. Eine Form zeigt etwa den sogenannten "panchi", ein drachenähnliches Monster, das zu Beginn der Han-Dynastie ein weitverbreitetes Dekor war, eine andere ein Muster aus Blättern, das zu der Zeit ebenfalls sehr beliebt war.

Die Forscher nehmen an, dass die bereits 2011 entdeckte Werkstatt Teil eines "Industriegebiets" der antiken Stadt Linzi war, die von der Östlichen Zhou-Dynastie (770 bis 221 v. Chr.) an als Handelszentrum blühte.

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