Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
21.11.2014 - 20:04

Älterer Sternhaufen vor Orionnebel gibt Rätsel auf

14.11.2012, 12:59
Älterer Sternhaufen vor Orionnebel gibt Rätsel auf (Bild: Universität Wien)
Foto: Universität Wien
Der Orionnebel ist eine produktive Geburtsstätte von Sternen in der Milchstraße. Unter allen bekannten "Kreißsälen" im All liegt dieser der Erde am nächsten und ermöglicht dadurch der Wissenschaft, den Prozess der Sternenentstehung besser zu verstehen. Neue Beobachtungen zeigen nun aber, wie massereich ein zweiter Haufen aus etwas älteren Sternen vor dem Orionnebel ist. Forscher rätseln, wie dies mit bisherigen Modellen in Einklang zu bringen ist.

Der Orionnebel, in klaren Winternächten sogar mit freiem Auge erkennbar, wurde schon vor rund 400 Jahren vom französischen Astronom Nicolas- Claude Fabri de Peiresc entdeckt. In den vergangenen Jahrzehnten fand man im Bereich dieses Gasnebels eine Vielfalt an werdenden Sternen und sternähnlichen Objekten – von massereichen Objekten mit mehreren Dutzend Sonnenmassen bis hin zu sogenannten "Braunen Zwergen", die zu wenig Masse haben, um durch Wasserstofffusion Sterne zu werden.

Jüngste Beobachtungen am spanischen Calar Alto Observatory, mit dem Canadian- French Hawaii Telescope (CFHT) und dem Sloan Digital Sky Survey (SDSS) hätten nun zu einer überraschenden "Perspektiven- Korrektur" geführt, berichtet die Uni Wien in einer Aussendung über eine in der Fachzeitschrift "Astronomy & Astrophysics" veröffentlichten Arbeit von Joao Alves, Leiter des Instituts für Astrophysik der Universität Wien.

Zweiter Haufen sehr massereich

Die Wissenschaftler entdeckten nämlich, wie massereich ein zweiter, bereits bekannter Haufen aus etwas älteren Sternen ist, "der von uns aus gesehen vor dem Orionnebel steht", so Alves. Diese Masse ist nicht gleichförmig verteilt, sondern um den Stern Iota Orionis konzentriert, der die südliche Spitze des "Schwerts des Orion" bildet.

Es zeigte sich, dass der Orionnebel- Haufen in Wirklichkeit eine komplizierte Mischung aus zwei Sternhaufen sowie einigen damit nicht zusammenhängenden Milchstraßen- Sternen ist. "Für mich ist das größte Rätsel, warum der etwas ältere Sternhaufen, der Iota- Orionis- Haufen, so nahe an dem jüngeren Haufen liegt, der sich im Inneren des Orionnebels noch bildet", sagte Alves.

"Haben etwas Fundamentales nicht verstanden"

Es sei noch völlig offen, wie diese neuen Beobachtungsbefunde mit gängigen Modellen der Sternhaufen- Entstehung zu vereinbaren sein werden. "Wir scheinen etwas Fundamentales noch nicht verstanden zu haben. Die Bildung von Sternhaufen ist wahrscheinlich der dominante Weg zur Sternentstehung im Universum, aber wir sind weit entfernt davon, genau zu wissen, warum", rätselt der Wissenschaftler.

Für Hervé Bouy vom Centro de Astrobiologia in Madrid müssen die Astronomen ihre Vorstellungen von den Beobachtungsgrößen revidieren, die sie bisher für die zuverlässigsten Indikatoren der Stern- und Sternhaufen- Entstehung hielten.

AG/red
Drucken
Werbung
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2014 krone.at | Impressum