Raus aus dem Minus

Wie das Konto aus den roten Zahlen kommt

Wirtschaft
12.04.2013 13:06
Einmal am Konto ins Minus gerutscht, ist es gar nicht so leicht, wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen. Denn Gehaltseingänge sind verplant, für Rückzahlungen kann nur schwer etwas lockergemacht werden. Doch so eine Überziehung ist eine teure Sache, was nicht selten in eine Negativspirale führt. Wie also wieder ins Plus kommen?

Keine Vogel-Strauß-Taktik
Zunächst sollten Sie rasch das Gespräch mit Ihrer Bank suchen, wenn Sie merken, dass das Minus immer größer wird. Bereiten Sie sich auf dieses Gespräch vor, aber nicht, in dem Sie sich möglichst gut klingende Versprechungen überlegen, sondern indem Sie sich ansehen, wie das Minus zustande gekommen ist: War eine größere Investition - wie beispielsweise Reparaturkosten für das Auto oder Renovierungskosten - die Ursache? Weiters gilt es zu überlegen, wie Sie den Rückstand am besten tilgen können. 

Ist der Betrag in einer Größenordnung, in der Sie ihn mit Weihnachts- und Urlaubsgeld nach einem Jahr zurückzahlen können, dann ist es in Ordnung, den Überziehungsrahmen bestehen zu lassen. Machen Sie bereits vor dem Termin mit der Bank einen aktuellen Haushaltsplan für Ihre monatlichen Ausgaben, um zu sehen, wo Sie noch Einsparpotenzial haben. Denn Sie sollten mit Ihrer Bank auch einen monatlichen Betrag vereinbaren, um den sich der Überziehungsrahmen absenkt. Auch so können Sie das Minus langsam verringern.

Bei größeren Beträgen sollten Sie mit Ihrer Bank gemeinsam überlegen, ob es nicht besser wäre, die Schulden in einen Privatkredit umzuwandeln, den Sie monatlich abstottern. Hier haben Sie zwar Gebühren für die Einrichtung des Kreditvertrags, die Zinsen sind jedoch meist günstiger als im Überziehungsbereich auf Ihrem Konto. Zusätzlich können Sie mit kleinen monatlichen Beträgen, die Sie aber in Ihrer normalen Lebensführung kaum beeinträchtigen, viel bewirken. Nebenbei sollten Sie jedoch auf jeden Fall versuchen, zu sparen und sich eine Reserve aufzubauen, damit Sie die nächste größere Investition nicht gleich wieder aus der Bahn wirft.

Einnahmen und Ausgaben
Kam die Überziehung dadurch zustande, dass Ihre Einnahmen nicht zur Deckung Ihrer Ausgaben ausreichen, dann ist die Lage etwas verzwickter. Denn die Umwandlung in einen Privatkredit wird hierbei kaum eine Lösung für Sie darstellen, da Sie mit Ihren derzeitigen monatlichen Belastungen schon nicht zurechtkommen. Hier gilt es zunächst, den Sparstift anzusetzen und Ihre Ausgaben streng zu überprüfen: Was ist notwendig, was kann zumindest vorübergehend gestrichen werden?

Verträge im Bereich Versicherung und Telekommunikation sollten regelmäßig überprüft werden, hier ist oft großes Einsparpotenzial vorhanden. Ebenfalls eine große Falle sind Leasingverträge und Ratenkäufe. Ist Ihr Einkommen für Ihre Familiengröße zu gering, können Sie sich auch erkundigen, ob für Sie Beihilfen und Zuschüsse vom Staat infrage kommen - wie beispielsweise Wohnbeihilfen. Auch ein Zweitjob für eine gewisse Zeit kann Ihnen dabei helfen, Ihre Kasse aufzubessern.

Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihr Haushaltsbudget und überprüfen Sie mindestens einmal pro Woche, ob Sie noch im Plan liegen. Wenn Sie sich auf diese Art und Weise einen Polster für eine Rückzahlung geschaffen haben, können Sie mit Ihrer Bank gemeinsam einen Tilgungsplan erstellen, an den Sie sich dann aber auch halten sollten. Sind Ihre Schulden getilgt, dann können Sie den Betrag der Tilgung in eine Sparrate für sich umwandeln und sich schrittweise eine Reserve aufbauen.

Ist Ihr Schuldenberg bereits sehr groß geworden und scheint kaum mehr bewältigbar, dann sollten Sie sich professionelle Unterstützung bei einer Schuldnerberatungsstelle suchen.

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