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So bekommst du einen Kredit bei der Bank

17.02.2012, 11:53
So bekommst du einen Kredit bei der Bank (Bild: © 2010 Photos.com, a division of Getty Images)
Foto: © 2010 Photos.com, a division of Getty Images
Die Kreditklemme gibt es nicht, sagen die Banken. Gibt es sehr wohl, sagt die Wirtschaft. Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte, denn es ist kein Problem, einen Kredit bei der Bank zu bekommen - wenn man die entsprechende Bonität aufweist. Was in jedem Fall richtig und für viele Privatkunden spürbar ist, ist die Tatsache, dass strengere Regeln bei der Kreditvergabe angewendet werden. Wie du am ehesten einen Kredit bei deiner Bank bekommst, das erfährst du hier.

Durch die Ereignisse der letzten Monate und Jahre ist es für Otto Normalverbraucher zunehmend schwieriger geworden, Kredite zu erhalten. Denn Banken prüfen nun noch genauer, wer sich einen Kredit leisten kann. Hast du also vor, dir in nächster Zeit Geld auszuborgen, dann solltest du einige Punkte bereits im Vorfeld berücksichtigen, um bei der Bank in einem guten Licht zu erscheinen und eine Chance auf einen Kredit zu bekommen.

Einnahmen & Ausgaben

Ein sehr wichtiges Kriterium ist die Frage deiner Berufstätigkeit. Bist du fest angestellt und verfügst du über ein geregeltes Einkommen, dann hast du einen ersten Pluspunkt. Bei der Einreichung um einen Kredit musst du üblicherweise drei Gehaltsnachweise beibringen, die auch von der Bank beim Arbeitgeber überprüft werden. Ein lückenloser Lebenslauf kann ebenfalls dabei helfen, die Bank günstig zu stimmen. Bist du gerade auf Jobsuche, dann ist eine Kreditvergabe nahezu aussichtslos, außer du hast ausreichend Sicherheiten im Hintergrund, wie Sparbücher, Lebensversicherungen oder Immobilieneigentum.

Weiters sollte deine Kontoführung geregelt sein und sich mehrheitlich im Plus befinden. Das zeigt, dass du deine Kosten fest im Griff hast und mit deinem Geld gut umgehen kannst. Hast du bereits einen Kreditrahmen, der am Limit ist, dann wird es schwierig. Auch solltest du nachweisen können, dass du deine Schulden zurückzahlen kannst. Dabei hilft es, wenn du von dir aus ein so genanntes Haushaltsbudget vorlegen kannst, das heißt, eine Übersicht deiner Einnahmen und Ausgaben, die jeden Monat anfallen. Du solltest auf jeden Fall einen frei verfügbaren Betrag pro Monat vorweisen können, der in die Finanzierung fließen kann. Bestehende Kredite oder Schulden bei Versandhausunternehmen wirken sich dagegen negativ aus.

Vorbereitung aufs Kreditgespräch

Ersparnisse vorweisen zu können ist hilfreich. Das hat gleich mehrere Effekte: Auf der einen Seite sieht die Bank, dass du in der Lage bist zu sparen und regelmäßig Beträge auf die Seite zu legen. Du zeigst damit praktisch, dass du bereits für eine Finanzierung geübt hast. Auf der anderen Seite steigt auch deine Bonität bei der Bank, da mehr Sicherheit vorhanden ist. Und je nachdem, ob du dich entscheidest, diese Ersparnisse dafür zu verwenden, eine geringere Summe aufzunehmen, wird auch die Finanzierung günstiger. Denn borgst du dir weniger aus, musst du klarerweise auch weniger zurückzahlen. Bei großen Finanzierungsprojekten verlangt die Bank meist zwischen 20 und 30 Prozent der Darlehenssumme als Eigenmittel, die mit eingebracht werden müssen. Bei 100.000 Euro solltest du daher mindestens 20.000 Euro, optimalerweise mehr bereits angespart haben.

Weiters ist es für die Bank von größter Bedeutung, Sicherheiten für den ausgeliehenen Betrag zu bekommen, das heißt, Vermögenswerte, die im Falle deiner Zahlungsunfähigkeit zu Geld gemacht werden können. Dazu zählen beispielsweise Grundstücke, Wohnobjekte, Lebensversicherungen oder eben Ersparnisse in Form von Sparbüchern. Je mehr hier für die Bank vorhanden ist, desto besser werden deine Chancen, da sie für den Fall, dass du den Kredit nicht mehr bezahlen kannst, darauf zurückgreifen kann. Auch können Bürgen als Sicherheit eingebracht werden, diese werden heute aber nicht mehr gerne akzeptiert. Sie müssen jedenfalls über eine gute Bonität verfügen, um akzeptiert zu werden.

Je mehr Information, desto besser

Auch eine gute Vorbereitung hilft dabei, den Banker günstig zu stimmen. Hast du beispielsweise vor, eine Wohnung zu kaufen, so solltest du gleich Angaben zum Objekt parat haben, ebenso bei Renovierungsmaßnahmen oder anderen Anschaffungen. Denn je klarer das Bild ist, das sich dein Betreuer machen kann, desto schneller erhältst du die gewünschten Informationen. Auch solltest du mit Negativ- Informationen nicht hinterm Berg halten – dein Berater stellt auch Nachforschungen über dich an. Hat es bereits Gehaltsexekutionen gegeben oder hast du bereits mehrere Kredite laufen, dann solltest du das nicht verschweigen sondern erklären.

Privatsache?

Weiters sieht sich die Bank auch deine scheinbar privaten Lebensumstände sehr genau an: Bist du geschieden oder in einer intakten Beziehung, bestenfalls sogar in einer Ehe? Hast du Kinder? Wie oft bist du umgezogen? Wie oft wechselst du deinen Job? Je unsteter dein Lebenswandel der Bank erscheint, desto schlechter die Konditionen.

Von all diesen Voraussetzungen ist es abhängig, ob bzw. zu welchen Bedingungen dein Antrag angenommen wird. Ebenso solltest du beachten, dass alle Angebote, die du am Schalter erhältst, zunächst unverbindlich sind, da der Mitarbeiter in der Filiale über die Bewilligung nicht entscheiden darf. Erst bei der tatsächlichen Einreichung wird klar, ob du den Kredit auch wirklich bewilligt bekommst. Je besser die Vorbereitung und dein Selbstmarketing, desto größer deine Chancen.

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