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19.06.2013 - 09:15

Nach US- Verfahren: Ende für älteste Bank der Schweiz

04.01.2013, 10:52
Nach US-Verfahren: Ende für älteste Bank der Schweiz (Bild: EPA)
Foto: EPA
Die Schweiz ist um eine Traditionsbank ärmer: Mit der Privatbank Wegelin gibt das älteste Institut des Landes nach 272 Jahren Geschäftstätigkeit auf. Bereits im Vorjahr waren große Teile der Bank an die Schweizer Raiffeisenbank gegangen. Nach einem Strafverfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung in den USA wird nun auch der letzte Rest des Geschäfts liquidiert.

Der Anfang vom Ende für die in St. Gallen ansässige Bank kam mit dubiosen Offshore- Geschäften mit betuchten amerikanischen Kunden. Laut Vorwürfen der Behörden in Washington hätten Angestellte von Wegelin US- Bürger vor dem amerikanischen Fiskus geschützt. Die Schweizer hätten dazu beigetragen, über 1,2 Milliarden Dollar (913 Millionen Euro) vor der US- Steuerbehörde IRS zu verstecken.

Einigung in Steuerverfahren, Bank liquidiert

Die Bank hat sich am Donnerstag zu den Vorwürfen schuldig bekannt, berichtet die "Neue Zürcher Zeitung" . Sie muss etwa 74 Millionen Dollar an die USA zahlen. Darauf haben sich die Streitparteien geeinigt. Im Gegenzug wird das Verfahren eingestellt. Für Wegelin ist das Urteil der Todesstoß: Nun wird der letzte verbliebene Teil der Bank, der nicht belastet war, an die Raiffeisen- Gruppe abgegeben.

"Lebenswerk verspielt"

Die "NZZ" kommentiert den Fall des Traditionshauses mit drastischen Worten: Die Verantwortlichen hätten ein "Lebenswerk verspielt", und das ausgerechnet mit Geschäften, die für Wegelin nie wesentlich waren: Das Offshore- Business mit US- Kunden, das den Untergang der Bank besiegelt habe, sie "nie von strategischer Bedeutung" gewesen. Die verwalteten Vermögen amerikanischer Kunden hätten etwa im Jahr 2010 weniger als fünf Prozent der Wegelin- Einlagen ausgemacht.

Die umstrittenen Summen, die die Banker vor dem US- Fiskus versteckt haben sollen, hätten sich auf "läppische 20 Millionen Dollar" (gut 15 Millionen Euro) belaufen. "Die Bank hat für einen Pappenstiel ihre Existenz verspielt", so die "NZZ".

AG/red
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