Der Anfang vom Ende für die in St. Gallen ansässige Bank kam mit dubiosen Offshore- Geschäften mit betuchten amerikanischen Kunden. Laut Vorwürfen der Behörden in Washington hätten Angestellte von Wegelin US- Bürger vor dem amerikanischen Fiskus geschützt. Die Schweizer hätten dazu beigetragen, über 1,2 Milliarden Dollar (913 Millionen Euro) vor der US- Steuerbehörde IRS zu verstecken.
Die Bank hat sich am Donnerstag zu den Vorwürfen schuldig bekannt, berichtet die "Neue Zürcher Zeitung" . Sie muss etwa 74 Millionen Dollar an die USA zahlen. Darauf haben sich die Streitparteien geeinigt. Im Gegenzug wird das Verfahren eingestellt. Für Wegelin ist das Urteil der Todesstoß: Nun wird der letzte verbliebene Teil der Bank, der nicht belastet war, an die Raiffeisen- Gruppe abgegeben.
Die "NZZ" kommentiert den Fall des Traditionshauses mit drastischen Worten: Die Verantwortlichen hätten ein "Lebenswerk verspielt", und das ausgerechnet mit Geschäften, die für Wegelin nie wesentlich waren: Das Offshore- Business mit US- Kunden, das den Untergang der Bank besiegelt habe, sie "nie von strategischer Bedeutung" gewesen. Die verwalteten Vermögen amerikanischer Kunden hätten etwa im Jahr 2010 weniger als fünf Prozent der Wegelin- Einlagen ausgemacht.
Die umstrittenen Summen, die die Banker vor dem US- Fiskus versteckt haben sollen, hätten sich auf "läppische 20 Millionen Dollar" (gut 15 Millionen Euro) belaufen. "Die Bank hat für einen Pappenstiel ihre Existenz verspielt", so die "NZZ".