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Arbeitslos trotz guter Qualifikation - das kannst du tun

15.11.2011, 09:35
Arbeitslos trotz guter Qualifikation - das kannst du tun (Bild: APA/BARBARA GINDL)
Foto: APA/BARBARA GINDL
Du kannst in deinem bisherigen Berufsleben auf eine Vielzahl von Erfahrungen zurückblicken, hast dich im Laufe der Jahre hochgearbeitet, hast immer Zuspruch für deine Leistungen und Anerkennung gefunden. Nun siehst du dich auf dem Jobmarkt um und stellst auf einmal fest, dass du trotz deiner Qualifikationen keine Zusagen bekommst. Was nun?

Du verlässt dich auf deine Ausbildungen, deine Berufserfahrung und deine Leistungsfähigkeit - und kündigst, ohne einen neuen Job in Aussicht zu haben. Das kann ein schwerer Fehler sein. Untersuchungen zeigen, dass 20 Prozent der Absolventen höherer Schulen bzw. Akademiker länger als ein Jahr auf Jobsuche sein können. Bei zehn Prozent dauert es sogar länger als zwei Jahre, bis ein neuer Job gefunden ist. Und heutzutage, in Zeiten einer sich verschärfenden wirtschaftlichen Situation, spielt auch das Thema einer generell steigenden Arbeitslosigkeit eine große Rolle. Kündigungen aufgrund finanzieller Engpässe können im Prinzip jeden Arbeitnehmer treffen. Und damit beginnt am Arbeitsmarkt ein Überangebot zu herrschen.

Wenn du also Bewerbung um Bewerbung absendest und nur negatives Feedback bekommst, dann ist eines ganz wichtig: Nicht persönlich nehmen und nicht an sich selbst zweifeln. Leicht gesagt, denn Absagen sind nie angenehm. Du solltest dir jedoch über folgende Situation klar sein: Für die meisten offenen Stellen gibt es sehr viele Bewerbungen. Wenn du einer von 50 bist, dann reicht aus, dass du an einem kleinen Punkt nicht in dieses spezielle Profil passt, um eine Absage zu erhalten.

Die meisten Unternehmen haben heute aufgrund klassischer Ressourcenknappheit die Vorgabe, pro ausgeschriebener Position nicht mehr als drei bis fünf Bewerbungsgespräche zu führen. Und die gilt es daher für jene Bewerbungen zu nützen, die hundertprozentig zum Profil passen. Und da scheiden dann auch Kandidaten aus, die vielleicht aufgrund ihres Alters einfach nicht ins Team passen. Oder bei denen man annimmt, dass man sie aufgrund ihres Wissensstandes nicht bezahlen kann.

Profil kritisch überprüfen

Das heißt natürlich nicht, dass du dich einfach zurücklehnen und nichts tun solltest. Denn Optimierungspotenzial gibt es immer. Mach dir die Mühe, bei den Personalabteilungen nachzufragen, woran du gescheitert bist. Oft wirst du keine Antwort erhalten, aber vielleicht bekommst du ein, zwei Rückmeldungen, aus denen du schlauer wirst. Vielleicht fehlt dir eine bestimmte Zertifizierung, vielleicht konnte man aus deiner Bewerbung deine Motivation nicht klar genug herauslesen, vielleicht warst du auch schlichtweg überqualifiziert.

Du solltest dir über die für dich infrage kommenden Positionen klar werden und dann möglichst objektiv überprüfen, ob du alle Anforderungen erfüllst bzw. wie du dein Profil noch attraktiver machen kannst. Manchmal reicht schon ein Kurs, um sein Engagement bzw. seine fachliche Eignung deutlich zu machen.

Weiters wichtig: Konsequenz! Setz dir ein Ziel, wie viele Bewerbungen du pro Woche mindestens schreiben willst. Je größer deine Schlagzahl, desto größer die Chance, etwas zu finden. Dabei wird es wahrscheinlich erforderlich sein, dass du deine Ansprüche an den Idealjob etwas zurückschraubst und einfach einmal abwartest, was passiert.

Bewerbungsschreiben optimieren

Auch solltest du an deinem Bewerbungsschreiben arbeiten. Das wichtigste Grundprinzip ist nutzenorientierte Kommunikation, kein stures Aufzählen von Erfahrungen. Lies dir die Stellenausschreibung genau durch und strukturiere dein Anschreiben so, dass du alle Anforderungen durch die Beschreibung deiner Erfahrungen belegst. Beispiel: Man sucht eine kreative Führungspersönlichkeit. Beschreibe deine letzte Tätigkeit, indem du erwähnst, für wie viele Menschen du Führungsverantwortung hattest und welche kreativen Aspekte vorkamen. Leite derartige Verweise ein mit "Dadurch biete ich Ihnen ..." oder "Das bedeutet für Sie ...". Somit zeigst du, dass du dich mit den Bedürfnissen des potenziellen Arbeitgebers auseinandersetzt.

Hilfe annehmen

Bringt das allein nach einiger Zeit noch keinen Erfolg, solltest du dich auch nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn die Alternative wäre ein Reduzieren der eigenen Ansprüche, entweder in fachlicher oder in gehaltstechnischer Hinsicht. Das führt jedoch meist dazu, dass man entweder aufgrund von Überqualifikation abgelehnt wird oder im Endeffekt für ein wesentlich geringeres Gehalt arbeiten geht, als man zuletzt hatte. Das ist natürlich besser, als ohne Job dazustehen, das Gefühl, irgendwie versagt zu haben, bleibt jedoch in dieser Konstellation. Du solltest daher den Service eines Personalvermittlers in Anspruch nehmen, der ein Jobcoaching mit dir macht und deine Anforderungen mit der Ist- Situation abgleicht bzw. dir einen realistischen Einblick in deine Möglichkeiten gibt. So hast du Orientierung und kannst eventuelle Fehler im Bewerbungsverhalten ausschließen.

Sich selbst guttun

Ein letzter Aspekt ist, auf sich selbst zu achten. Gerade nach einer Kündigung, egal von welcher Seite ausgelöst, fühlt man sich in der ersten Zeit ziemlich schlecht. Darunter leiden neben dem Privatleben auch deine Ausstrahlung und deine Motivation. Such dir einen Ausgleich, überlege, was du aktiv tun kannst, um deine Lage zu verbessern. Nicht das Ruder aus der Hand nehmen lassen! Wenn du über deine Situation nachdenkst und rational nach Auswegen suchst, wird es dir besser gehen. Und damit kommt früher oder später auch das Glück bei der Jobsuche zurück.

lhi
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