Albertina-Rettung

Ursachenforschung ist äußerst schwierig

Wien
30.06.2009 18:06
Wie kam das viele Wasser in den Albertina-Speicher? Dieser Frage gehen seit Tagen Statiker und Bau-Experten im Wiener Museum nach. Die Suche nach der Ursache wird jedenfalls weit länger dauern als bis Mitte August. Direktor Klaus Albrecht Schröder (Bild) vergleicht sie mit einer archäologischen Ausgrabung.

Am 5,1 Millionen teuren "Swimmingpool-Depot" hält Schröder zwar fest, will aber gleichzeitig eine Umrüstung für den Tiefenspeicher, der immerhin 950.000 unbezahlbare Kunstwerke beinhaltet: "Denkbar wäre ein eigener Bereich im Depot, das 5.000 Gemälde umfasst und im Notfall sofort von der Feuerwehr geborgen werden kann." Ein Sicherheits-Depot im Depot also - sündhaft teure Umrüstungsarbeiten stehen der Albertina ins Haus.

Das wissen auch die vielen Statiker, Baufirmen, Fachplaner und Architekten, die den unterirdischen Bunker mit dem unauffindbaren Leck "verbrochen" haben - und haben ("nur zur Sicherheit") schon einmal ihre Versicherungen informiert. Im Falle einer möglichen Albertina-Klage...

Roboterarm fällt immer wieder aus
Ein Viertel der Kunstwerke ist bereits in Sicherheit, der Rest lagert noch in einem Museums-Tiefspeicher, der nicht nur (wie berichtet) an noch unbekannter Stelle undicht ist, sondern auch sonst einen kapitalen Systemfehler aufweist. Der Roboterarm, der die Bilder aus den Fächern holt, gibt immer wieder für viele Stunden den Geist auf. Denn das Wasser hat die Elektrik des Gerätes stark beschädigt, dauernd fallen die Sicherungen heraus. 

950.000 Kunstwerke sollen evakuiert werden
Jedenfalls werden die 950.000 Kunstwerke vorerst in den oberirdischen Räumlichkeiten gelagert - dann gibt es vorerst ein neues Zuhause. Der Museums-Direktor: "Das neue Depot steht schon fest. Es befindet sich in Wien. Mehr darf ich nicht sagen..."

Museumsdirektor: "Hätte nie meine Zustimmung gegeben!"
"Mir wurde hundertprozentiger Schutz zugesichert", ärgert sich der Albertina-Chef. "Bei nur 99 Prozent hätte ich nie meine Zustimmung gegeben. Versprochen wurde ein einbruchsicheres, staubsicheres, wasserdichtes und brandsicheres Depot."

"Bauliche Merkwürdigkeit"
5,1 Millionen Euro kostete der unterirdische Spaß, der beinahe zu einem Wassergrab für milliardenteure Kunstschätze geworden wäre. Die Rettung der Gemälde ist ein Wettlauf mit der Zeit.

von Michael Pommer, Kronen Zeitung
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