Die Wissenschafter wollen in dem nun anlaufenden, dreijährigen Vorhaben die Lebensgewohnheiten des häufigsten Greifvogels im Wiener Stadtgebiet erforschen. "Dieses Forschungsprojekt soll klären, welche Überlebensstrategien den Turmfalken im urbanen Raum so erfolgreich machen und wie er sich im Vergleich zu seinen Artgenossen am Land angepasst hat", erklärte Anita Gamauf vom Naturhistorischen Museum am Mittwoch.
Verhaltensunterschiede zwischen Stadt- und Landfalke
Der Turmfalke ist mit 250 bis 400 Brutpaaren der häufigste Greifvogel im Wiener Stadtgebiet. Der rund 35 Zentimeter große Falke ist im Gegensatz zu anderen Greifvögeln ausgezeichnet an das Leben in der Stadt angepasst. Er jagt vor allem Mäuse und Kleinvögel und brütet in Gebäudenischen von Altbauten. In Neubauten wagt er sich auch in Blumenkästen an Fenstern und Balkonen vor.
Im Verlauf des Projekts sollen ausgesuchte Turmfalkennester mit einer Kamera beobachtet werden. Petra Sumasgutner von der Uni Wien hofft daraus Rückschlüsse auf die unterschiedlichen Beutetiere der Falken ziehen zu können. Besonders interessant ist die Frage, ob Falken in der Stadt aufgrund der hohen Populationsdichte andere Verhaltensweisen zeigen als ihre Artgenossen am Land. Auch soll die Vaterschaft der Nestlinge mittels Genanalysen geklärt werden.
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