Eine drogenfreie Großstadt gibt es nicht. So furchtbar dieser Satz auch klingt, so realistisch ist er leider. "Aber man macht es den Betroffenen auch viel zu leicht, das System auszutricksen", erklärte Ex- Junkie Robert L. (Name geändert) in der "Krone".
Um Erkrankungen mit verschmutzten Spritzen zu vermeiden, tauscht die Stadt Wien gebrauchte Injektionsnadeln gegen neue. Dagegen gibt es nichts einzuwenden, allerdings dürfte die Sache etwas aus dem Ruder gelaufen sein, wie Zahlen belegen: Mehr als 7.000 Spritzen werden derzeit Tag für Tag umgetauscht – das sind beinahe 2,5 Millionen im Jahr.
Ganz für sich sprechen Geschichten wie diese: Am Karlsplatz wurde mehrmals eine junge süchtige Mutter gesichtet, die mit ihrem Baby im Kinderwagen Drogen kaufte. Polizei und Jugendamt wurden eingeschaltet. Daher fordert etwa die FP eine eigene Anti- Drogen- Spezialeinheit, die ständig bei den Hotspots, wie dem Karlsplatz, dem Stadtpark oder der Gegend rund um die Augartenbrücke, präsent ist (siehe Infobox).
von Michael Pommer (Kronen Zeitung) und wien.krone.at
Symbolbild