Ganz unbekannt ist den Polizisten die Floridsdorfer "Lokalmeile" auf der Prager Straße sicher nicht. Es gibt hier einen Chinesen, einen Griechen, Kaffeehäuser und nette Beisln, deftige Schmankerln da und Kulinarisches aus aller Welt dort.
Noch etwas gibt es in der Straße: eine nie da gewesene Einbruchsserie. "Sechs Lokale hat es getroffen", ärgert sich Fritz Enz, der Chef von der Floridsdorfer Stuben. "In zehn Jahren ist niemand in mein Lokal eingestiegen, in den vergangenen Tagen dafür gleich zweimal." Immer haben es die Täter auf die Kassen abgesehen, der Sachschaden ist enorm.
"Großaufgebot der Polizei ist dort ständig vor Ort"
Grenzenlos wie die Gier der Täter ist auch ihr Mut. Gleich ums Eck ist die Polizeiinspektion, wenige Straßen weiter die "rote Überwachungszone", in der die Familie des ermordeten Tschetschenen rund um die Uhr geschützt wird. "Ein Großaufgebot der Polizei ist dort ständig vor Ort, für den Rest des Bezirks bleibt gerade einmal ein Streifenwagen übrig. Für mehr als 140.000 Floridsdorfer", ist Bezirksrat Hans-Jörg Schimanek empört.
Ebenso schwierig wie das Fangen der frechen Lokal-Einbrecher gestaltet sich das Verhör des verhafteten Tschetschenen-Clans. Zwei Verdächtige mussten wieder freigelassen werden, die anderen schweigen zu dem Exekutions-Mord eisern. -bildzeile- Opfer der Serientäter: Fritz Enz von der Floridsdorfer Stuben -bildtext block- So nah und irgendwie doch so fern: Gleich neben der Polizeiinspektion und der Überwachungszone brechen die Täter ein Lokal nach dem anderen auf und entkommen spurlos.
Von Michael Pommer, Christoph Budin und Klaus Loibnegger
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