Angesichts dieses Einstands stelle sich ernsthaft die Frage, wie "konstruktiv" der Wahlkampf der Wiener ÖVP in den kommenden Monaten werde. Eine klare Abgrenzung gegenüber der FPÖ von Heinz- Christian Strache habe Marek jedenfalls vermissen lassen. Die ÖVP sei eben eine Partei, die stets bereit sei, ihre "liberalen" Grundsätze dem schieren Machtgewinn zu opfern. Auch SPÖ- Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas zeigte sich von Marek wenig beeindruckt: "Überheblichkeit kommt nie gut an - Hochmut kommt jedoch immer vor dem Fall."
Die Grünen warnten vor der ÖVP- Ausländerpolitik in Person von Innenministerin Maria Fekter. "Wo Marek drauf steht, ist Fekter drin", beschied der nicht amtsführende Stadtrat David Ellensohn: "Sogar in Zeiten einer Barbara Rosenkranz ist es Marek offenbar wichtig, ein gutes Gesprächsklima zu Strache und seinen rechten Kameraden zu haben." Marek lege die übliche VP- Hardlinerpolitik der sozialen und menschlichen Kälte vor.
Mareks Wahl sei kein Zeichen, dass die ÖVP in der Stadtpolitik wirklich etwas ändern wolle, konstatierte der Wiener BZÖ- Chef Michael Tscharnutter. Die Volkspartei bereite sich offensichtlich bereits auf eine Große Koalition vor: "Man verhandelt heute schon in kleinem Kreis, welche Geldmittel und Posten sie von der SPÖ einfordern werden, anstatt dabei mitzuhelfen, Wien zu erneuern und einen frischen Wind ins Rathaus zu bringen."