Durch den Wechsel zu "Plan B" - ein Generalunternehmer und nicht ein Konsortium sollen die Bauarbeiten durchführen - hätte das Projekt keinen Zeitverlust erlitten, unterstrich Wilhelm Marhold, Generaldirektor des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV).
Die Ausschreibung für einen Generalunternehmer, der das Krankenhaus bauen soll, werde allerdings erst im zweiten Halbjahr 2011 erfolgen - und nicht wie bisher angekündigt bis spätestens Anfang 2011. "Für das Projekt ist das kein Problem, weil die Arbeiten bereits laufen", betonte Marhold. Die Stadt entschied im Frühjahr, das Krankenhaus nicht von einem Bieterkonsortium bestehend aus Porr-Siemens-Vamed bauen zu lassen. Schon zuvor hatte die Stadt entschieden, das ÖBB-Grundstück in der Brünner Straße in Floridsdorf, wo der Bau entstehen soll, selbst zu kaufen.
Teilinbetriebnahme im Jahr 2015 geplant
Im Frühsommer sollen die Abbrucharbeiten auf dem Grundstück beendet sein. Danach werde die Baugrube gesichert und ausgehoben. Zudem müsse das Grundstück noch dekontaminiert werden. Zusätzliche Arbeitsschritte 2011 seien "die Einreich- und Ausführungsplanung im ersten Halbjahr und die damit zusammenhängenden Behördenverfahren", umriss Marhold den Fahrplan. Zudem würden "die weiteren Bauarbeiten" ausgeschrieben werden. Im zweiten Halbjahr 2012 sollen die Arbeiten für den Rohbau beginnen, 2015 sei die Teilinbetriebnahme des Hauses geplant.
Die Gesamtkosten für das rund 800 Betten fassende Krankenhaus belaufen sich auf 825 Millionen Euro. Marhold betonte, dass es sich dabei um eine "ganz ganz realistische Zahl" handle. Zudem sprach er die Garantie aus, "dass wir die Kostendeckelungen und für jede einzelne Ausschreibung die Kostenwahrheit hier sehr stark beachten". Außerdem betonte er, dass durch die Einbindung der künftigen Mitarbeiter des Krankenhauses in die Planung Änderungen im Nachhinein "nachhaltig" hintangehalten werden könnten: "Sie wissen, was sehr gut läuft und was man an einem neuen Standort besser machen kann."
Neues Krankenhaus im Koalitonsabkommen verankert
Wehsely betonte außerdem, dass die Grünen dem Projekt zustimmen würden: "Im Koalitionsabkommen zwischen SPÖ und Grünen ist das Krankenhaus Nord in dieser Fassung, wie wir es geplant haben, drinnen." Wenn man vergleiche, was (seitens der Grünen, Anm.) zu Wien-Nord gesagt worden und wie abgestimmt worden sei, dann "war das ein klassisches Beispiel von Antagonismus, weil die Grünen bei allen Beschlüssen zugestimmt haben", so Wehsely. Die Grünen hatten in Zeiten vor Rot-Grün wiederholt das Krankenhausprojekt - unter anderem aufgrund der Vergabemodalitäten - kritisiert.
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