Folter in der Villa?

Alijew-Zeuge: “Er quälte mich mit Elektroschocker”

Wien
25.03.2010 16:34
Neue Enthüllungen in der "Kasachstan-Causa" ranken sich rund um den ehemaligen Botschafter in Wien, Rakhat Alijew. Jetzt erhebt ein ehemaliger Geschäftspartner des Diplomaten schwere Vorwürfe und berichtet von regelrechten Folterszenen in der Diplomatenresidenz: "Er quälte mich mit Reitgerten und dem Elektroschocker!"

Donnerstagmorgen vor dem in Gelb gehaltenen mehrstöckigen Wohnhaus im Wiener Nobelbezirk Hietzing (Bild): Die frühere Botschaftsresidenz ist verwaist. Nichts deutet darauf hin, was sich hier – laut aktuellen Zeugenaussagen – im Sommer 2003 zugetragen haben soll. "Ich wurde stundenlang mit einer Reitgerte geschlagen und mit einem Elektroschocker gequält", schilderte nun ein ehemaliger Geschäftspartner des früheren Vizeaußenministers von Kasachstan.

"Ich wurde in einen Hundezwinger gesperrt"
Kurman Akimkulov – er sitzt derzeit eine Haftstrafe in der Hauptstadt Almaty ab – brachte nun die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft ein: "Ich wurde sogar in einen Hundezwinger gesperrt!" Hintergrund der Causa: In den nächsten Tagen soll eine Entscheidung über eine Auslieferung Alijews fallen. Unter Experten herrscht ein Rechtsstreit, ob in Kasachstan ein faires Verfahren möglich ist oder nicht.

Gregor Brandl und Christoph Budin, Kronen Zeitung

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