Die Raumfahrtbehörde NASA soll dann Fahrten für ihre Astronauten bestellen können wie eine Fahrt mit dem Taxi. Die NASA würde sich dann anderen Aufgaben zuwenden können und mehr Kapazitäten etwa für Forschungen haben.
Es gibt natürlich jede Menge Kritik am Outsourcing der Raumfahrt: Angefangen von ehemaligen NASA- Mitarbeitern, die Sicherheitsbedenken geltend machen, bis hin zu Kongresspolitikern, die den Verlust von Arbeitsplätzen fürchten. Einige Kritiker wenden ein, dass die Raumfahrt bei aller Routine immer noch eine gefährliche Unternehmung ist, die nicht privaten Firmen überlassen werden sollte, um damit Geld zu verdienen. Der Staat, so befürchten sie, würde wichtiges Wissen und Kontrolle preisgeben.
Die Befürworter dagegen vergleichen die Raumfahrt mit der Luftfahrt in ihren Anfangsjahren. Anfangs waren es die Streitkräfte, die die meisten Flugzeuge benutzten, argumentieren sie. Schließlich begannen aber Privatunternehmen, Flugzeuge bauen und zu fliegen, besonders nachdem sie in der US- Regierung einen zuverlässigen Kunden hatten, um Luftpost zu den Empfängern zu bringen.
Genau das würde auch die NASA sein: ein sicherer Kunde, für den die privaten Firmen bis zum Jahr 2020 Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS befördern könnten. Es wäre vergleichbar mit jenen Jahren, in denen die NASA nach dem "Columbia"- Unglück von 2003 Russland dafür bezahlte, US- Astronauten zu der Station zu bringen.
Der Raumfahrtexperte Howard McCurdy von der American University erklärte, das geplante Outsourcing sei tatsächlich nicht so radikal, wie es zunächst den Anschein habe. So seien die Space Shuttles nicht von staatlichen Betrieben, sondern dem Unternehmen Rockwell International gebaut worden. Von 1996 an habe die Regierung des damaligen Präsidenten Bill Clinton immer mehr Befugnisse des Flugbetriebs an Privatunternehmen übertragen. "Das ist etwas, wohin die NASA schon seit 25 Jahren steuert", sagte der Experte.
Als mögliche Bewerber gelten die Flugzeugbauer Boeing und Lockheed, die bereits jetzt Raketen und Raumkapseln bauen. Aber auch Neulingen wie dem PayPal- Gründer Elon Musk, dessen Privatunternehmen SpaceX 2008 erstmals eine Trägerrakete ins All schoss, sowie Orbital Sciences aus Virginia und Bigelow Aerospace aus Las Vegas werden in diesem Zusammenhang genannt.
US- Präsident Barack Obama will im nächsten Budgetjahr 2011 etwa 3,8 Billionen Dollar (2,7 Bio. Euro) ausgeben, rund 200 Milliarden Dollar mehr als 2010. Gleichzeitig setzt der Präsident in verschiedenen Bereichen den Rotstift an - etwa 120 Programme und Projekte sind dem Weißen Haus zufolge gestrichen. Damit will Obama sein erklärtes Ziel erreichen, 20 Milliarden Dollar (14,3 Mrd. Euro) im Etat 2011 einzusparen. Ziel ist es, mit dem Abbau des gigantischen Staatsdefizits zu beginnen, das im vergangenen Jahr die bisherigen Rekordhöhe von 1,4 Billionen Dollar (1 Bio. Euro) erreicht hatte.
Zusätzliche Ausgaben sollen nach den Plänen Obamas hauptsächlich zur Konjunkturankurbelung und der Schaffung von Arbeitsplätzen dienen. So ergänzte das Weiße Haus am Sonntag den Entwurf um rund 100 Milliarden Dollar für den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Der Budgetentwurf für 2011 sieht dem Vernehmen nach einen Ausgabenüberschuss von 1,3 Billionen Dollar vor.
In der vergangenen Woche hatte Obama angekündigt, dass er in den drei verbleibenden Jahren seiner Amtszeit bestimmte Budgetbereiche einfrieren will. Unter anderem will er dies auch durch Bündelung bestimmter Programme erreichen. Ausgenommen sind öffentliche Programme wie die Pensionsversicherung und die staatlichen Krankenversicherungen für bedürftige Menschen. Auch den Verteidigungs- und Sicherheitsbereich will Obama nicht antasten.
Spart Obama durch das Einfrieren im Budget 2011 mit 20 Milliarden Dollar relativ wenig, erhofft er sich langfristig mehr: Er rechnet mit Einsparungen von 250 Milliarden Dollar im Laufe der nächsten zehn Jahre. Die Neuverschuldung soll dem Entwurf zufolge in den nächsten zehn Jahren aber dennoch im Schnitt bei 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen.