Nur noch 73.000

Zahl der illegalen Einwanderer in die EU stark gesunken

Ausland
18.04.2013 17:38
Härtere Kontrollen an Europas Außengrenzen haben die illegale Zuwanderung auf den tiefsten Stand seit vier Jahren sinken lassen. Die EU-Staaten zählten 2012 rund 73.000 unerlaubte Grenzübertritte - nur halb so viele wie im Jahr zuvor. Das teilte die EU-Grenzschutzagentur Frontex, die diese Zahlen seit 2008 systematisch erhebt, am Donnerstag in Brüssel mit. Die Gesamtzahl sank 2012 damit erstmals unter 100.000.

Ein Grund für den Rückgang sei, dass Griechenland seine Grenze zur Türkei stärker kontrolliere, sagte Frontex-Direktor Ilkka Laitinen. So wurde ein kilometerlanger Zaun entlang der Grenze zur Türkei gebaut (Bild), außerdem schickte Athen im Sommer 1.800 Polizisten zusätzlich an die Grenze und setzte mehr Patrouillenboote am Fluss Evros ein. Dieses Gebiet gilt als wichtigste Route für illegale Einwanderer aus Asien und Afrika in die EU.

Im Juli seien an der griechisch-türkischen Grenze noch 2.000 illegale Grenzübertritte pro Woche registriert worden, im Oktober nicht einmal mehr zehn. "So etwas habe ich noch nie zuvor gesehen", sagte Laitinen. Frontex hält es für wahrscheinlich, dass viele Migranten auf das Ende des Sondereinsatzes warten, um dann doch noch in die EU zu gelangen.

Arabischer Frühling ließ Flüchtlingszahlen 2011 explodieren
Ebenfalls hervorgehoben wurde, dass die Zahl der Flüchtlinge aus den nordafrikanischen Ländern zurückging. 2011 waren die Menschen wegen des Arabischen Frühlings zu Tausenden geflohen.

Die Lage in Syrien, das vom Bürgerkrieg erschüttert wird, habe Frontex besonders im Blick, betonte der Direktor. Nach den Afghanen bildeten Syrer derzeit die zweitgrößte Gruppe unter jenen Menschen, die illegal in die EU einzureisen versuchten.

Gefälschte Papiere als neuer Trend
Frontex verwies auch auf einen neuen Trend: Immer mehr Menschen versuchten, mit gefälschten Papieren in die EU einzureisen, sagte Laitinen. 7.900 Fälle seien 2012 aufgedeckt worden, fast 50 Prozent mehr als im Vorjahr. "Aber wenn man bedenkt, wie häufig gefälschte Dokumente an der Grenze genutzt werden, oder echte Dokumente, die jemand anderem gehören - dann ist die Aufklärungsrate viel zu gering."

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