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Zahl der Kältetoten in Osteuropa steigt weiter an

04.02.2012, 13:04
Zahl der Kältetoten in Osteuropa steigt weiter an (Bild: EPA)
Foto: EPA
Die tödliche Frostwelle in Osteuropa nimmt kein Ende: Allein in der Ukraine sind in der Nacht auf Samstag mindestens 21 Menschen der Eiseskälte mit Temperaturen bis minus 32 Grad zum Opfer gefallen. Damit stieg die Zahl der Kältetoten in dem Land auf 122. Sieben weitere Menschen erfroren in Polen und in Rumänien starben binnen 24 Stunden vier weitere Menschen.

In der Ukraine steigt die Zahl der Opfer bereits seit Tagen. Allein in der Nacht auf Freitag waren 38 Menschen erfroren. Im ganzen Land werden mittlerweile mehr als 1.500 Menschen wegen Unterkühlung und Erfrierungen in Krankenhäusern behandelt.

Beobachter vermuten, dass die inoffizielle Zahl der Kältetoten in der Ex- Sowjetrepublik deutlich höher ist als die genannten 122. Im zweitgrößten Flächenland Europas leben viele Menschen unter ärmlichsten Bedingungen. Nach offiziellen Angaben hat die Ukraine 100.000 Obdachlose, inoffiziell ist von mehr als 300.000 Menschen ohne ständige Bleibe die Rede.

Bereits 45 Kältetote in Polen

Trotz verstärkter Polizeipatrouillen steigt auch in Polen die Zahl der Kältetoten weiter an. Seit Beginn der Kältewelle erfroren insgesamt 45 Menschen, wie das Innenministerium mitteilte. Hinzu kommen sechs Opfer, die an Kohlenmonoxidvergiftungen starben. In der Nacht zu Samstag kamen außerdem vier Obdachlose bei drei Bränden ums Leben. Die Männer hatten in leerstehenden Gebäuden mit wärmenden Feuern Schutz vor der Kälte gesucht.

In vielen Städten des Landes betrugen die Temperaturen zu Beginn des Wochenendes bis minus 30 Grad. Auch tagsüber war nur wenig Erwärmung zu spüren. Besonders bedrohlich war die Lage am Freitag für etwa 3.500 Einwohner der masurischen Kleinstadt Dobre Miasto, die nach einem Zusammenbruch der örtlichen Energieversorgung weder Heizstrom noch warmes Wasser hatten.

In Rumänien ließ Frost bereits leicht nach

In Rumänien stieg die Zahl der Kältetoten seit Beginn des extremen Frosts vor einer Woche auf 28, wie das Gesundheitsministerium in Bukarest am Samstag mitteilte. Vier Menschen waren in der Nacht auf Samstag gestorben. Der Frost ließ mittlerweile leicht nach. Die Temperaturen stiegen mancherorts über null. Zugleich setzten wieder heftige Schneestürme ein.

In Prag, wo allein in der vergangenen Woche vier Menschen erfroren, wurden am Samstag minus 19 Grad gemessen. Am Samstag wurde in der tschechischen Hauptstadt, wo die Zahl der Obdachlosen auf etwa 4.000 Menschen geschätzt wird, ein neues Übernachtungszentrum für Obdachlose eröffnet. Wie die tschechische Nachrichtenagentur CTK berichtete, müssen die Obdachlosen das Zentrum allerdings tagsüber verlassen.

Russland gab erstmals öffentliche Zahlen bekannt

Erstmals gab am Freitag auch Russland offizielle Zahlen zu den Kälteopfern bekannt: Demnach erfroren im Jänner insgesamt 64 Menschen, wie das Zivilschutzministerium in Moskau mitteilte. Die Fährverbindung zur Insel Putjatina unweit der Großstadt Wladiwostok am Pazifik war erstmals seit Jahren wegen dicker Eismassen unterbrochen.

Elf Kältetote in Bulgarien - Donau friert zu

In Bulgarien sind seit dem Kälteeinbruch insgesamt elf Menschen erfroren. Die Temperaturen stiegen aber am Freitag mancherorts wieder auf null Grad. Die zweithöchste Warnstufe orange wurde nur noch in elf der 28 Regionen ausgerufen. Auf der Donau haben Eisschollen die Schifffahrt auf dem bulgarischen Abschnitt der Donau stark behindert. Der Fluss sei bei den Städten Russe und Silistra bis zu 60 Prozent zugefroren, teilte die Donaubehörde mit.

AG/red
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