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Worauf es ankommt, ob's ein Bub oder Mädl wird

Worauf es ankommt, ob"s ein Bub oder Mädl wird (Bild: Reinhard Holl)
Foto: Reinhard Holl
Stehen die Chancen, ein Bub oder Mädl zu bekommen, nicht gleich? Weit gefehlt! Es gibt viele Faktoren, die das Geschlecht des Babys bestimmen. So hat zum Beispiel das Gewicht der Mutter vor der Geburt entscheidenden Einfluss darauf, ob sie weiblichen oder männlichen Nachwuchs zur Welt bringt.
Dieses Ergebnis brachte die Studie des italienischen Forschers Angelo Gagnacci von der Polyklinik in Modena zu Tage. Der Mediziner hat für seine Untersuchungen knapp 10.000 Geburten unter die Lupe genommen und stieß dabei auf folgenden Fakt: Frauen mit einem Gewicht von weniger als 54 Kilogramm gebaren deutlich weniger Burschen als üblich. Auf 98 Buben kamen 100 Mädchen. Bei den restlichen Geburten überwog dagegen die Zahl der Buben: Auf 100 Mädchen kamen 110 Buben. Sehr schlanke Frauen dürften daher dazu neigen, mehr weiblichen Nachwuchs hervorzubringen, erläutert Cagnacci die Ergebnisse.
 
Buben werden im Herbst gezeugt
Auch nach Erdbeben oder Naturkatastrophen soll die Geburtenrate der Jungen kurzzeitig sinken. Die Ursache: psychischer Stress. Sogar die Jahreszeiten scheinen das Verhältnis der Geburten zu beeinflussen. Cagnaccis Studie zeigte, dass nach einer Zeugung im Herbst bevorzugt Jungen zur Welt kommen. "Die Chancen für die Geburt eines Mädchens sind dagegen bei einer Empfängnis in den Monaten März bis Mai am besten", erläutert Cagnacci.
 
Buben anfälliger für Fehlentwicklungen
Grundsätzlich scheinen männliche Embryonen zum Zeitpunkt der Einnistung in die Gebärmutter im Vorteil zu sein. "Zellen männlicher Embryonen teilen sich schneller und haben eine höhere Stoffwechselrate", erläutert Cagnacci. Bei der raschen Zellteilung kann es jedoch auch rasch zu Fehlern kommen. Gifte und andere schädigende Einflüsse haben dann leichteres Spiel. So sind Jungen anfälliger für Fehlentwickelungen während der Schwangerschaft, aber auch unmittelbar nach der Geburt.
 
Chemie und Umwelt: Wie sie Einfluss nehmen
Wissenschaftler diskutieren auch, ob Chemikalien in der Umwelt das Gleichgewicht zwischen Jungen und Mädchen verschieben. Die amerikanische Forscherin Devra Davis von der Carnegie Mellon University in Pittsburg ist davon überzeugt. Beispielweise habe sich der Chemieunfall von Seveso stark auf das Geburtenverhältnis ausgewirkt. Bei dem Unfall wurde das Gift Dioxin freigesetzt.
 
"In einem Zeitraum von sieben Jahren nach dem Unglück wurden in der am meisten belasteten Region insgesamt fast doppelt so viele Mädchen wie Jungen geboren", berichtet die Medizinerin. Erst allmählich habe sich das Verhältnis dann wieder den üblichen Werten angeglichen.
 
Rauchen reduziert Chance auf Buben
Einige Stoffe können Spermien beeinträchtigen und die Entwicklung des heranwachsenden Kindes im Mutterleib stören. Besonders Samenzellen mit dem männlichen Y- Chromosom sollen dafür anfällig sein. Zu den schädlichen Substanzen gehört auch Nikotin. Japanische und dänische Forscher konnten nachweisen, dass Rauchen vor und während der Schwangerschaft die Rate der Jungen stark reduziert. Rauchen beide Eltern, so verschob sich das Verhältnis von Jungen zu Mädchen um ein Drittel zugunsten der Mädchen.
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