China unter Beschuss
Vater: Behinderter Sohn (8) saß vier Jahre hinter Gittern
2009 hätten die Behörden Chen Ya in der südlichen Provinz Guangdong mitgenommen, berichtet Adoptivvater Chen Fengqiang laut britischem "Telegraph". Bis April habe das Kind in einer knapp vier Quadratmeter kleinen Gefängniszelle ohne Fenster zubringen müssen.
Der Achtjährige könne "nicht sehr weit gehen, und sein Kopf zittert", so der Adoptivvater. Zwar könne der Bub wegen seiner Behinderung nicht erzählen, was ihm passiert sei, und habe keine sichtbaren Zeichen von Misshandlung, doch wenn man die Hand hebe, rolle er sich aus Angst zusammen. Man könne sich vorstellen, was es für ein vierjähriges Kind bedeute, weggesperrt zu werden.
"Grausame Methode" zur Kontrolle von Demonstranten
Warum sich die Behörden noch dazu für eine fensterlose Einzelzelle entschieden hätten, könne er nicht sagen. Es ist eine der Fragen, die nun der Anwalt Wu Kuiming zu klären helfen soll. "Es ist eine grausame Methode, die die Regierung benützt, wenn sie Demonstranten kontrollieren will", erklärte dieser. Was allerdings mit dem Einsperren eines Vierjährigen zu gewinnen sei, könne auch er nicht beantworten.
Fest steht, dass sowohl Chen Fengqiang (54) als auch seine ehemalige Freundin Wei Lipei (40) seit Jahren gegen die Regionalregierung und deren illegale Landenteignung aufbegehren. Sie hätten den Buben aufgrund seiner Behinderung oft zu Demonstrationen mitgenommen, so der Adoptivvater. 2008 sei Wie Lipei verschwunden, 2009 ihr behinderter Sohn. 2010 sei schließlich auch er selbst für zwei Jahre eingesperrt worden, so Chen.
Behörden bestreiten Existenz illegaler Haftanstalten
Der Bub sei in einem illegalen Gefängnis inhaftiert gewesen, berichtet sein Adoptivvater, das sei ihm von zwei weiteren Demonstranten bestätigt worden. Die Behörden bestreiten trotz zahlreicher ähnlicher Berichte - immer wieder ist auch von inhaftierten Kindern die Rede -die Existenz solcher Haftanstalten, gegenüber dem "Telegraph" gab sich die Polizei ebenfalls ahnungslos. Chinesische Internetnutzer streiten derweil, ob der Adoptivvater den behinderten Buben lediglich für seine Zwecke ausnutze und sich bis vor einem Jahr nicht um ihn gesorgt habe.
Chen lässt sich davon aber offenbar nicht beeindrucken. Er und sein behinderter Adoptivsohn wurden am Sonntag bei einem Protest gegen die Lokalregierung erneut inhaftiert, diesmal allerdings nur zwölf Stunden lang.







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