Treffen in Paris
Ungleiches Paar Merkel und Hollande auf neuen Wegen?
Hollande wollte mit der engen Kooperation seines ungeliebten Vorgängers Nicolas Sarkozy mit Merkel brechen. Doch die führende Rolle der beiden wichtigsten Wirtschaftsnationen in Europa verlangt neue Strategien. Nun soll ein neuer Anlauf der politisch so ungleichen Führungsspitzen her.
Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit im Mittelpunkt
Merkel und Hollande stellten am Donnerstag mit Blick auf den EU-Gipfel Ende Juni in Brüssel gemeinsame Vorschläge für eine Vertiefung der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion vor. Beide betonten, der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa müsse Vorrang eingeräumt werden. Merkel sagte dazu, die im EU-Haushalt der Jahre 2014 bis 2020 dafür vorgesehenen sechs Milliarden Euro sollten womöglich über einen kürzeren Zeitraum, beispielsweise zwei Jahre, ausgegeben werden.
Zudem machten sich die beiden Staatschefs gemeinsam für einen hauptamtlichen Präsidenten der Euro-Gruppe stark, wie Hollande nach dem Treffen mit Merkel erklärte. Die deutsche Kanzlerin ergänzte, nötig seien "mehr wirtschaftspolitische Koordinierung" und eine "stärkere Zusammenarbeit der Euro-Gruppe".
Neuer Arbeitslosen-Rekord in Frankreich
Die Luft ist dünn geworden im Europa der Krise, zunehmend auch für Frankreich. Die Wirtschaft des Landes steht am Rande einer Rezession. Am Donnerstagabend wurden neue Rekordzahlen bei der Arbeitslosigkeit vermeldet: Ende April waren in der nach Deutschland zweitgrößten Euro-Volkswirtschaft 3,264 Millionen Menschen ohne Job. Das entsprach 39.800 Arbeitslosen mehr als im Vormonat, als der bisherige Negativ-Rekord verzeichnet wurde.







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