Als "Ferndienst"

Ungarn übernimmt 2013 Kontrolle des Kosovo-Luftraums

Ausland
20.06.2012 14:31
Der Nordatlantikrat hat Ungarn ersucht, im März 2013 den Luftraum über dem Kosovo zu eröffnen und den dortigen Flugverkehr zu leiten, wie ungarische Medien am Mittwoch berichteten. Ungarns Staatssekretär im Außenministerium, Zsolt Nemeth, bezeichnete den Auftrag als "bedeutenden diplomatischen Erfolg". Laut Nemeth gelte es auch im internationalen Vergleich als "beispiellose Lösung", dass ein Nicht-Nachbarstaat die Lenkung eines Luftraums als "Ferndienst" ausführe.

Seit dem Balkan-Konflikt sichert die NATO die Kontrolle des Luftraums über dem Kosovo, der seit 13 Jahren nicht für die Zivilluftfahrt genutzt werden kann, schreibt die ungarische Nachrichtenagentur MTI. Dabei gab es verschiedene Anstrengungen seitens der NATO, eine entsprechende Lösung zu finden. 2011 gingen dann Anfragen an Länder der Region, wobei auch die offizielle Bewerbung Ungarns akzeptiert wurde.

Stabilisierung der Region
Laut Nemeth könne Ungarn mit der Erfüllung dieses Mandats konkret die Anstrengungen der NATO um eine Gewährleistung des Balkan-Luftraumes unterstützen und zur Stabilisierung der Region beitragen. Diese Aufgabe werde Ungarns Flugsicherungsorganisation HungaroControl übernehmen. Es handle es sich um eine "rein technische Unternehmung, die das ungarische Budget nicht belastet".

Täglich bis zu 500 Maschinen
Die Eröffnung des Luftraums werde zur Verkürzung der Luftwege, zur Verringerung des Treibstoffverbrauches und der Emission beitragen, so Nemeth. Laut Kornel Szepessy, Generaldirektor von HungaroControl, werde es zu einem "bedeutenden Flugverkehr" - täglich 450 bis 500 Maschinen - im Luftraum über dem Kosovo kommen.

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