Umstrittenes Lager

Über 100 Gefangene in Guantanamo im Hungerstreik

Ausland
17.05.2013 08:23
Der seit Wochen andauernde Hungerstreik im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba weitet sich aus. Wie die Zeitung "Miami Herald" unter Berufung auf Militärs am Donnerstag berichtete, würden mittlerweile 102 Häftlinge die Nahrung verweigern. 30 der Hungerstreikenden werden demnach zwangsernährt. In dem weltweit kritisierten Lager sind über 160 mutmaßliche Terroristen inhaftiert.

Der Konflikt in dem Lager war bereits im April eskaliert: Gefangene gingen mit Besenstielen auf Wächter los, die mit Gummigeschoßen antworteten. Auslöser der Proteste sollen Koran-Durchsuchungen in den Zellen gewesen sein. Doch Anwälte der Häftlinge meinten, die Verzweiflung der Gefangenen werde immer größer - nach zehn Jahren hinter Gittern und ohne Prozess würden sich Hoffnungslosigkeit und Wut breitmachen.

Obama: "Guantanamo ist nicht notwendig"
US-Präsident Barack Obama hatte erst kürlich wieder gesagt, das Lager solle geschlossen werden. "Guantanamo ist nicht notwendig, damit Amerika sicher bleibt. Es ist teuer. Es ist ineffizient." Es schade dem Ansehen der USA in der Welt.

Umstrittene Militärtribunale und Folter-Vorwürfe
Ex-US-Präsident George W. Bush hatte das Lager nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 errichten lassen. Umstritten sind vor allem die Militärtribunale auf der Insel - Kritiker halten den USA vor, Aussagen zu verwenden, die Häftlinge unter Folter gemacht haben.

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