Seit 2001 waren nach offiziellen Angaben rund 280.000 Soldatinnen im Irak und in Afghanistan im Einsatz. Das waren zwölf Prozent aller dort stationierten US- Truppen. 144 Soldatinnen kamen in beiden Ländern ums Leben - 79 von ihnen in Kampfeinsätzen.
Offiziell war der Einsatz an der Front Frauen aber bisher verboten. Sie hatten allerdings Positionen wie Sanitäter oder Aufklärer inne. Doch sie durften ihre Tätigkeit nicht direkt im Kampfgeschehen ausführen. Diese Regel diente dazu, Frauen hinter der Front zu stationieren und so aus Gefechten herauszuhalten.
Auch in der neuen Richtlinie, die das US- Verteidigungsministerium nun vorlegte, bleibt das Verbot für Frauen in Kampfeinsätzen offiziell weiterbestehen. Aber sie können sich künftig auf etwa 14.000 Stellen im Militär bewerben, die ihnen bisher verwehrt blieben.
Soldatinnen sollen demnach etwa nicht mehr nur in Brigaden, sondern auch in den kleineren Bataillonen dienen dürfen - und damit häufiger an der Front. Außerdem dürfen sie als Panzermechanikerinnen oder an Raketenwerfern arbeiten.
Rund 238.000 Stellen bei der US- Armee bleiben nach Angaben aus dem Pentagon jedoch auch künftig Männern vorbehalten: Der Einsatz in Infanterie- , Panzer- und Spezialeinheiten bleibt Soldatinnen weiterhin untersagt.
Kritikern geht die neue Regelung nicht weit genug. Auch US- Verteidigungsminister Leon Panetta glaubt, "dass dies nur der Anfang, nicht das Ende eines Prozesses ist", wie Pentagon- Sprecher George Little in Washington sagte. Die Armee werde weiterhin prüfen, welche neuen Posten für Frauen geöffnet werden könnten. Die neue Richtlinie könnte binnen zwei Monaten in Kraft treten, wenn sich auch der Kongress dafür ausspricht.