Gegenüber dem britischen Sender BBC sagte Coomaraswamy, ihr Team sei mit "schrecklichen" Schilderungen über gefolterte und massakrierte Kinder aus Syrien zurückgekehrt. So hätten Kinder erzählt, dass sie sich auf Panzer hätten setzen müssen, damit diese nicht von Aufständischen angegriffen würden. Zudem setze das Militär Kinder vorne in Busse, mit denen Soldaten zu Einsätzen gebracht würden.
Sie habe es noch nie zuvor erlebt, dass Kinder in einem Konflikt sogar noch als Ziel dienten. "Wir haben Kinder gesehen, die gefoltert wurden und die noch die Spuren der Folter tragen", sagte Coomaraswamy. "Wir sind wirklich geschockt. Diese Folterungen von Kindern in Gefangenschaft, Kindern von gerade einmal zehn Jahren, das ist sehr außergewöhnlich, das haben wir woanders wirklich noch nicht gesehen."
Zugleich erhob sie Vorwürfe gegen die oppositionelle Freie Syrische Armee, die demnach ebenfalls Kinder in Gefahr bringe. "Zum ersten Mal hörten wir auch, dass Kinder von der Freien Syrischen Armee rekrutiert werden, vor allem für medizinische Aufgaben und Hilfsarbeiten - aber immer noch an der Front", sagte Coomaraswamy.
Russland, ein enger Partner Syriens, hat indessen am Dienstag zu einer internationalen Konferenz in Moskau eingeladen. Auch der Iran als enger Verbündeter von Präsident Bashar al- Assad müsse teilnehmen, forderte der russische Außenminister Sergej Lawrow. Das Treffen, für das zunächst kein Datum genannt wurde, solle auf Grundlage "konkreter klarer Prinzipien" stattfinden, sagte Lawrow, der am Mittwoch zu Gesprächen nach Teheran reist, nach Angaben der Agentur Interfax. Jetzt müssten auch die USA zu einer Lösung des blutigen Konflikts beitragen, so Lawrow.
Seit Beginn des Aufstandes gegen Assad sind nach Angaben von Menschenrechtsgruppen mehr als 14.100 Personen in Syrien getötet worden, darunter fast 1.200 Kinder. Allein bei einem Massaker am 25. Mai waren laut UNO in der zentralsyrischen Stadt Houla bei Massenhinrichtungen von mehr als 100 Menschen 49 Kinder gestorben. Auch bei einem Blutbad in dem Dorf Qubeir in der Provinz Hama am vergangenen Mittwoch sollen viele Kinder unter den mindestens 55 Toten gewesen sein.