Kurdin eingesperrt
Türkei: Sechs Jahre Haft für Paket mit Fotos und Kleidung
Seit drei Monaten trage die Frau eine Fußfessel, berichtete die türkische Zeitung "Radikal" am Samstag und veröffentlichte auch Bilder der Frau. Nach Angaben der Zeitung "Hürriyet" wurde Nazife Babayigit Anfang des Jahres wegen "geheimer Absprachen mit einer terroristischen Organisation", vermutlich der verbotenen PKK, verurteilt.
Babayigit war mit ihrer Familie aus dem mehrheitlich von Kurden bewohnten Südosten des Landes nach Gebze unweit von Istanbul gezogen. Ihren Sohn sah sie jahrelang nicht mehr. Als sie im Jahr 2007 zwei junge Männer traf, die nach eigenen Angaben ihren Sohn kannten, bat sie die beiden, ihm einen selbst gestrickten Pullover, andere Kleidung sowie ein Foto von ihr - als Lebenszeichen - zu überbringen. Die beiden jungen Männer wurden jedoch von der Polizei festgenommen, die 77-Jährige von der Staatsanwaltschaft angeklagt.
Rigide Anti-Terror-Gesetze in der Türkei
Unter den strikten Anti-Terror-Gesetzen der Türkei wurden zahlreiche Kurden wegen ihrer Hilfe für PKK-Rebellen inhaftiert. Im Zuge der jüngsten Gesetzesreformen kamen Dutzende von ihnen inzwischen wieder frei.
Ankara verhandelt seit Ende vergangenen Jahres mit dem inhaftierten Rebellenchef Abdullah Öcalan über eine friedliche Beilegung des Kurdenkonflikts, dem seit 1984 mehr als 40.000 Menschen zum Opfer gefallen sind.







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