Daniel, ein großer Filmfan und eingefleischter Trekkie, leidet an Krebs im Endstadium und hat nur noch weniger als zwei Monate zu leben. Um ihm seinen letzten Wunsch zu erfüllen, stellte seine Ehefrau während der Weihnachtsfeiertage mithilfe von Freunden eine Botschaft ins Internet: Sie möchte, dass ihr Mann das Neun- Minuten- Preview von "Star Trek Into Darkness" sehen kann (das Preview wird in den USA in vielen Kinos vor "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" gezeigt; Anm.).
Eigentlich hatte der 41- Jährige den Clip im IMAX- Kino in seiner Stadt sehen wollen, doch das Kino hatte das Preview des zwölften "Star Trek"- Films nicht im Programm. Weil ein neuerlicher Kinobesuch dann durch einen Krankenhausaufenthalt unmöglich gemacht wurde, bestand die letzte Hoffnung für Familie und Freunde des Todkranken darin, mit dem Online- Appell die Filmemacher erreichen zu können. Zahlreiche Fanseiten wie "TrekMovie" und "Treknews" veröffentlichten die ursprünglich auf der "Reddit"- Webseite gepostete Botschaft.
Bereits einen Tag nach dem rührenden Posting bekam Daniels Frau einen Anruf - am anderen Ende der Leitung war Regisseur J.J. Abrams höchstpersönlich. Er habe mit den Verantwortlichen beim Filmstudio Paramount gesprochen und eine Privatvorstellung für ihren Mann vereinbart. Die große Überraschung dabei: Daniel bekam dann am Sonntag nicht nur die ersten neun Minuten von "Star Trek Into Darkness" zu sehen, sondern gleich eine Rohfassung des kompletten Films - dessen offizieller Filmstart in den USA erst am 17. Mai 2013 ist.
In einem schriftlichen Statement bedankte sich Daniels Frau im Namen seiner Familie noch am Sonntag bei den Filmemachern und der Internetgemeinde für ihre Bemühungen: "Hallo allerseits, hier ist Daniels Frau. Natürlich sind wir zur Verschwiegenheit verpflichtet, aber uns wurde offiziell erlaubt zu sagen: 'Wir haben den Film gesehen und wir haben es ungemein genossen - den Film und die Geste'". Es sei auch für Freunde und Familie wunderbar, endlich einmal gute Nachrichten zu hören. Die Aktion habe bei allen, die Daniel lieben, ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert, zeigte sich die Frau des Todkranken sichtlich gerührt.
Die noble Geste ist umso bemerkenswerter, als Regisseur J.J. Abrams zu den berüchtigsten Geheimniskrämern unter den Hollywood- Filmemachern zählt, wie ein Filmportal zu bedenken gab. Ihm sei eigentlich kaum auch nur das kleinste Detail zu einem seiner Projekte zu entlocken. Umso schöner sei es, dass er seinen neuen Film knapp sechs Monate vor Kinostart vorab gezeigt hat, um einen sterbenden Filmfan glücklich zu machen, so das Fazit der Internetgemeinde. "Gene Roddenberry wäre stolz", berichtete "TrekMovie" über die Erfüllung von Daniels letztem Wunsch.
Abschließend sei noch angemerkt, dass das Filmteam rund um Regisseur Abrams in keinster Weise versucht hat, die bewegende Geschichte für PR- Zwecke zu nutzen - eine offizielle Erklärung über die Privatvorführung gab es weder von der Produktionsfirma "Bad Robot" noch vom Filmstudio Paramount.