Nach Schiffsunglück
Taucher bargen neunte Leiche im Hafen von Genua
Das 200 Meter lange und 30 Meter breite Containerschiff "Jolly Nero" hatte in der vergangenen Woche bei der Ausfahrt aus dem Hafen einen Kontrollturm gerammt. Der etwa 50 Meter hohe Turm neigte sich daraufhin um 45 Grad und stürzte teilweise ins Wasser, zwei kleine Gebäude der Hafenmeisterei wurden ebenfalls zerstört.
Den Behörden zufolge waren zum Unglückszeitpunkt mindestens 14 Menschen in dem Turm, von denen die meisten unter den Trümmern begraben wurden. Auf dem Kontrolltower war gerade Schichtwechsel, weshalb sich besonders viele Lotsen und Beamte der Küstenwache im Gebäude aufhielten. Neben den mittlerweile neun Todesopfern wurden vier Menschen verletzt.
Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen Kapitän
Gegen den Kapitän der "Jolly Nero" und einen Lotsen der Hafenwacht, der während des Routinemanövers ebenfalls an Bord des Containerschiffes war, wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Die Staatsanwaltschaft geht zwar von einem Maschinenschaden als Hauptursache aus, sucht aber noch nach möglichen anderen Faktoren, die das Unglück begünstigt haben könnten.
Hafendirektor: "Schiffe werden immer größer"
Hafendirektor Luigi Merlo sagte der Zeitung "La Repubblica", ein solches Wendemanöver werde im Hafen von Genua pro Jahr 14.000 Mal vollzogen. Zugleich räumte er aber ein, dass die Docks erweitert werden könnten. Die Schiffe würden immer größer, die Hafenanlage stamme aber noch vom Beginn des 19. Jahrhunderts.







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