Übergelaufen
Syrischer Premier samt Familie nach Jordanien geflohen
Sein Überlaufen zur Opposition begründete Hidschab nach Angaben seines mit ihm geflohenen Sprechers mit den "Kriegsverbrechen und dem Völkermord" in seinem Heimatland. Er will von Jordanien aus nach Katar weiterreisen, er werde womöglich bereits am Dienstag oder in den folgenden Tagen nach Doha reisen, "wo die internationalen Medien ansässig sind", sagte sein Sprecher in der jordanischen Hauptstadt Amman.
Für Jordanien sollten angesichts der "bereits angespannten Beziehungen" zu Syrien "keine Probleme" geschaffen werden, begründete ein Mitglied der syrischen Opposition Hidschabs Weiterreise nach Doha. Der Oppositionelle half eigenen Angaben zufolge bei der Flucht des Politikers.
Flucht akribisch geplant
Hidschab war erst am 6. Juni infolge der syrischen Parlamentswahlen im Mai zum Premierminister ernannt worden. Laut seinem Sprecher hatte der Politiker die Flucht zwei Monate lang akribisch geplant. In einer ersten Reaktion schätzten Experten die Flucht als "entscheidenden Schlag" gegen das Assad-Regime ein. Als Übergangspremier wurde indes Omar Ghalawanji ernannt, der zuvor das Amt des Vize-Premiers innegehabt hatte.
Desertiert ist am Montag auch ein weiterer General der syrischen Armee, wie türkische Medien berichteten. Mit ihm hätten sich weitere fünf ranghohe Offiziere sowie 30 Soldaten in die Türkei abgesetzt. Einem ehemaligen hochrangigen Offizier der syrischen Armee zufolge sind bisher vor allem Sunniten desertiert: Mehrere Hundert sunnitische Offiziere hätten dem Regime bisher den Rücken gekehrt, jedoch lediglich drei Alawiten und fünf Angehörige anderer religiöser Minderheiten. Die Sunniten stellen zwar die Mehrheit der Bevölkerung, innerhalb der Armee sind jedoch nur 4.000 der 33.000 Offiziere Anhänger des sunnitischen Islams.
Anschlag auf staatliches Fernsehen
Montag früh wurde zudem auf ein Gebäude des staatlichen Fernsehens und Rundfunks nach offiziellen Angaben ein Bombenanschlag verübt. Wie der syrische Informationsminister Omran al-Zohbi erklärte, explodierte die Bombe im dritten Stock des Gebäudes des Staatsfernsehens in Damaskus. Das Programm sei dadurch nicht unterbrochen worden, es habe einige Leichtverletzte, jedoch keine Toten gegeben.
"Alles funktioniert und wird weiterhin funktionieren, wir haben zahlreiche Studios und technisches Equipment", so al-Zohbi. Der Sitz des staatlichen Fernsehens befindet sich auf dem Platz Umayyad, in einem Hochsicherheitsviertel von Damaskus. Um in das Gebäude zu gelangen, müssen zahlreiche Sicherheitseinrichtungen überwunden werden.







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