Trotz Drohungen

Südkorea und USA beginnen ihr Seemanöver

Ausland
25.07.2010 14:28
Ungeachtet nordkoreanischer Vergeltungsdrohungen haben die USA und Südkorea ein gemeinsames Seemanöver im Japanischen Meer gestartet. Sonntag früh (Ortszeit) brachen südkoreanische und US-Kriegsschiffe von südkoreanischen Häfen zu der Übung auf, wie ein US-Armeesprecher sagte. Das Manöver dauert bis Dienstag, weitere sollen folgen. Nordkorea drohte mit einer "gewaltigen nuklearen Abschreckung".

Die US-Militärführung erklärte, das Manöver solle ein starkes Signal an den Norden senden, dass Aggressionen in der Region nicht toleriert würden. An der dreitägigen Übung vor der koreanischen Halbinsel sind rund 8.000 Soldaten beider Länder beteiligt, außerdem etwa 20 Schiffe und U-Boote sowie 200 Flugzeuge. Auch der US-Flugzeugträger "USS George Washington" (Bild) ist dabei.

Die mächtige Nationale Verteidigungskommission unter Führung von Staatschef Kim Jong Il kündigte am Samstag außerdem einen "heiligen Vergeltungskrieg" gegen Südkorea und die USA an, wie die amtliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete. Nordkorea bezeichnete das Manöver erneut als unentschuldbare Provokation und gab sich unbeeindruckt durch militärische Bedrohungen und Sanktionen.

Seit dem Untergang des südkoreanischen Kriegsschiffs "Cheonan" im März, bei dem 46 Seeleute ums Leben kamen, haben sich die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel deutlich verschärft. Nach Erkenntnissen eines internationalen Ermittlerteams wurde das Schiff durch einen nordkoreanischen Torpedo-Angriff versenkt. Als Reaktion hatten die USA und Südkorea das gemeinsame Manöver angekündigt.

Manöver hat "defensiven Charakter"
Seoul und Washington hatten in der vergangenen Woche betont, die Manöver hätten "defensiven" Charakter, sollten aber abschreckend auf Nordkorea wirken. Aus Pjöngjang hieß es, die nordkoreanische Armee werde das Manöver mit "nuklearer Abschreckung" erwidern. Die Marineübungen sei eine "offene Provokationen, um die Demokratische Volksrepublik Korea in jeder Hinsicht zu unterdrücken".

Mit Rücksicht auf die Vorbehalte Chinas war das Manöver aus dem Gelben Meer westlich der koreanischen Halbinsel in das östlich gelegene Japanische Meer verlegt worden. Im Gelben Meer kommt es entlang der zwischen den beiden koreanischen Staaten umstrittenen Seegrenze immer wieder zu Drohgebärden und Scharmützeln. Dort ereignete sich auch der folgenschwere Untergang der "Cheonan".

Sanktionen sollen Verkauf von Waffen unterbinden
Die geplanten neuen US-Sanktionen gegen das kommunistische Land sollen unter anderem den Kauf und Verkauf von Waffen und von Luxusgütern betreffen. Zudem sollen Guthaben auf ausländischen Konten eingefroren und "illegale Aktivitäten" von nordkoreanischen Firmen und Banken unterbunden werden. Südkoreanischen Medienberichten zufolge will die US-Regierung rund 100 Konten im Ausland einfrieren, die für illegale Transaktionen und Waffengeschäfte zugunsten Nordkoreas genutzt würden, darunter in Südostasien, Südeuropa und in Nahost.

Israel warf Nordkorea vor, Raketen in den Nahen Osten zu liefern. Israel sei über die Rüstungsexporte "beunruhigt, denn diese Raketen gefährden die Stabilität des Nahen Ostens", schrieb die israelische UN-Delegation laut einem Bericht des Militärrundfunks an eine Kommission des UN-Sicherheitsrats, die derzeit weitere Sanktionen gegen Nordkorea prüft. Im Mai hatte Israel Nordkorea vorgeworfen, die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas sowie die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon mit Waffen zu beliefern sowie Syrien und dem Iran bei der Entwicklung von Raketen zu helfen.

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