"Nation ist empört"

Südafrika: Mädchen stirbt nach brutaler Vergewaltigung

Ausland
07.02.2013 17:07
Der Tod eines brutal vergewaltigten 17-jährigen Mädchens hat in Südafrika eine Welle der Empörung ausgelöst. Anene Booysen war am Wochenende in Bredasdorp, etwa 130 Kilometer östlich von Kapstadt, von mehreren Männern sexuell missbraucht und mit schweren Schnittverletzungen ihrem Schicksal überlassen worden. Bevor sie wenig später im Krankenhaus starb, konnte die 17-Jährige noch einen der mutmaßlichen Täter identifizieren. Der Fall erinnert an den Vergewaltigungstod einer jungen Studentin in Indien.

Anene war in der Nacht von Freitag auf Samstag in Bredasdorp, einer Kleinstadt im Südwesten des Landes, von mehreren Männern vergewaltigt worden. Die Täter ließen das schwer verletzte Mädchen mit aufgeschlitztem Bauch auf einem Baugelände liegen. Sicherheitsbedienstete entdeckten die 17-Jährige dann am Samstagmorgen und alarmierten die Einsatzkräfte.

Der Teenager wurde zunächst ins örtliche Krankenhaus eingeliefert und von dort in die Tygerberg-Klinik nach Kapstadt überstellt, wo die Ärzte um ihr Leben kämpften – jedoch vergeblich. Anene erlag noch am Samstag ihren schweren Verletzungen.

"Zu schrecklich, um es mit Worten zu beschreiben"
Das traumatisierte Krankenhauspersonal sprach von den schlimmsten Verletzungen, die es in solchen Fällen je gesehen habe. Medienberichten zufolge sei das Mädchen mit "heraushängenden Gedärmen" gefunden worden. Es sei "zu schrecklich, um es mit Worten zu beschreiben", sagte ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter der Klinik gegenüber der Tageszeitung "Die Burger".

Mädchen nannte vor Tod Freund als Mittäter
Bevor Anene starb, konnte sie den Ermittlern aber noch den Namen eines der mutmaßlichen Täter nennen, wie südafrikanische Zeitungen berichteten. Es soll sich den Berichten zufolge um einen Freund der 17-Jährigen handeln. Der 22-Jährige befindet sich mittlerweile in Polizeigewahrsam und muss sich wegen Vergewaltigung und Mord vor Gericht verantworten. Die Polizei suche indessen nach weiteren Verdächtigen.

Gewerkschafter wollen Protest auf die Straße tragen
Südafrika, wo Gewalt gegen Frauen häufig vorkommt, reagierte schockiert auf diesen besonders brutalen Fall. Der Gewerkschaftsdachverband COSATU bezeichnete den Vergewaltigungstod der 17-Jährigen als "entsetzlich" und erinnerte an einen vergleichbaren Fall in Indien. Die brutale Gruppenvergewaltigung einer Studentin in einem Bus in Neu-Delhi, in deren Folge die junge Frau Ende Dezember starb, hatte heftige Proteste ausgelöst (siehe Infobox). COSATU forderte dazu auf, den Protest gegen Vergewaltigungen auch in Südafrika auf die Straße zu tragen.

Präsident Zuma: "Die ganze Nation ist empört"
Auch Präsident Jacob Zuma zeigte sich am Donnerstag entsetzt: "Die ganze Nation ist empört. Die Tat ist grausam und total unmenschlich. Das darf keinen Platz haben in unserem Land", erklärte er. Laut offizieller Statistik wurden in Südafrika im vergangenen Jahr 65.000 Fälle sexueller Gewalt bekannt. Die Polizei schätzt aber, dass nur eine von 36 Vergewaltigungen angezeigt wird.

In einer wissenschaftlichen Befragung hatte ein Viertel der südafrikanischen Männer eingeräumt, schon einmal eine Frau oder ein Mädchen vergewaltigt zu haben. Regierungssprecher Pumza Williams sagte nun, "die Häufigkeit dieser brutalen Akte ist inakzeptabel und wird nicht mehr hingenommen. Das muss gestoppt werden".

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