Per Videobotschaft
“Staatsfeind Nr. 1” bekennt sich zu Moskauer Massaker
Umarow warf der russischen Bevölkerung vor, die Augen davor zu verschließen, dass Sicherheitskräfte im Kaukasus Zivilisten töteten. "Ich verspreche Ihnen, dass der Krieg in Ihre Straßen kommt und Sie ihn in Ihrem Leben spüren werden, am eigenen Leib verspüren werden", sagte er an die Russen gerichtet.
Der Tschetschenenführer will einen von Russland unabhängigen islamischen Staat schaffen. Er hatte im Februar angekündigt, den "Krieg in die russischen Städte" zu tragen. Der russische Geheimdienst erklärte nach dem Anschlag, die Spur der Täter führe in den Nordkaukasus.
Das "Kaukasus-Emirat" wird für zahlreiche Anschläge im ganzen Land verantwortlich gemacht. Die Gruppe bekannte sich unter anderem zu dem Anschlag auf den "Newski-Express" Ende November 2009. Der Schnellzug war auf dem Weg von Moskau nach St. Petersburg durch eine Explosion entgleist, 28 Menschen kamen ums Leben.
Zwei weitere Sprengsätze offenbar rechtzeitig entschärft
Unterdessen wurden Gerüchte laut, dass bei dem Anschlag auf die Metro noch zwei weitere Sprengsätze gezündet hätten werden sollen, diese aber rechtzeitig entschärft wurden. Die Nachrichtenagentur RIA Novosti berichtete in der Nacht auf Mittwoch unter Berufung auf die Zeitung "RBC Daily", ein U-Bahn-Mitarbeiter habe erklärt, dass Bomben auch in den Stationen Begowaja und Komsomolskaja entdeckt worden seien. Die Polizei wollte diese Informationen vorerst allerdings nicht bestätigen.
Viel Aufsehen erregte in Russland die Behauptung einer Bloggerin, ihre Mutter arbeite in der U-Bahn und habe über zwei entschärfte Sprengsätze erzählt. Dabei habe es sich um die Stationen Begowaja und Komsomolskaja gehandelt, zitierte der Radiosender BFM am Dienstag.
Bereits am Montag hatte ein Beamter des Inlandgeheimdienstes FSB RIA Novosti gesagt, ein zweiter Sprengstoffgürtel sei in der von den Anschlägen betroffenen Station Park Kultury entdeckt und entschärft worden. Dieser Bericht wurde von der Polizei jedoch ebenfalls nicht bestätigt.
Selbstmordattentäterinnen zündeten Bomben
Montag früh hatten zwei Selbstmordattentäterinnen in der Moskauer U-Bahn binnen einer Dreiviertelstunde Sprengsätze gezündet und 39 Menschen in den Tod gerissen und mehr als 80 teils schwer verletzt. Die Explosionen ereigneten sich mitten im Berufsverkehr. Der erste Anschlag geschah quasi im Keller des Geheimdienstes FSB, dem Nachfolger des berüchtigten KGB: Die Station Ljubjanka befindet sich unterhalb des Behördengebäudes. In ihr kreuzen sich die Linien 1 und 7. In dem Bahnhof wurden nach Angaben des Katastrophenschutz-Ministeriums 25 Menschen getötet. Etwa 45 Minuten später kostete eine zweite Detonation in der U-Bahn-Station Park Kultury 14 Menschen das Leben.
Putin will Terror-Drahtzieher "aus Abwasserkanal zerren"
Ministerpräsident Wladimir Putin versucht derweil, die verängstigte Bevölkerung mit kriegerischen Tönen aus ihrem Schockzustand zu reißen. Für die Sicherheitskräfte sei es jetzt eine Frage des Stolzes, die Drahtzieher des Doppelanschlags "aus dem Abwasserkanal ans Tageslicht zu zerren", versprach Putin am Dienstag im Fernsehen. Präsident Dmitri Medwedew schlug eine Verschärfung der Terrorgesetze vor, und einige Abgeordnete forderten die Wiedereinführung der Todesstrafe.







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