15 Jahre Haft drohen

Spionage für Russland: Prozess gegen Niederländer

Ausland
09.04.2013 19:18
Die niederländische Staatsanwaltschaft hat 15 Jahre Haft für einen Mann gefordert, der über Verbindungsleute in Deutschland Spionage für Russland betrieben haben soll. Raymond P. habe unter anderem "Informationen über politische und militärische Fragen der NATO und der EU" geliefert, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft von Den Haag. Er habe zudem während seiner früheren Tätigkeit im niederländischen Außenministerium "sensible Informationen über Kollegen" weitergereicht.

Der Niederländer P. war im März 2012 verhaftet worden. Möglich wurde dies durch Informationen, die sich bei den Ermittlungen gegen ein mutmaßliches Agenten-Ehepaar in Deutschland ergaben. Das Paar, bekannt unter seinen Alias-Namen Andreas und Heidrun Anschlag, steht derzeit in Stuttgart vor Gericht. Den beiden wird vorgeworfen, mehr als 20 Jahre lang für den russischen Geheimdienst spioniert zu haben.

Nach Ansicht der deutschen wie der niederländischen Anklagebehörden lieferte P. den Anschlags von 2008 bis 2011 regelmäßig Dokumente der NATO und der EU. Dafür zahlten die Anschlags ihm mehr als 72.000 Euro. Nach Angaben der niederländischen Staatsanwälte war P. hoch verschuldet.

Die Staatsanwaltschaft wies die Argumentation des Anwalts von P. zurück, wonach sich sein Mandant nur mit den Anschlags getroffen habe, weil er ihnen bei der Suche nach einer Ferienwohnung in den Niederlanden helfen wollte. Diese Geschichte hätten sich die drei für den Fall zurechtgelegt, dass ihre Spionageaktivitäten auffliegen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Das Urteil gegen P. wird in zwei Wochen erwartet.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
09.04.2013 19:18
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung