Chaos in Mogadischu

Somalia: Dutzende “Ungläubige” bei Anschlägen getötet

Ausland
14.04.2013 20:46
Bei Anschlägen in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind am Sonntag mehr als 30 Zivilisten getötet worden. Ein Selbstmordkommando von neun mit Sprengstoff ausgestatteten Männern auf ein Gerichtsgebäude riss mindestens 29 Zivilisten mit in den Tod, sagte ein Mitglied der Sicherheitskräfte. Eine Autobombe nahe einem Geheimdienstgebäude forderte wenig später fünf Menschenleben. Die islamistische Al-Shabaab-Miliz bekannte sich zu den Anschlägen auf "Ungläubige".

Nach Informationen eines somalischen Geheimdienstoffiziers stürmten mehrere bewaffnete Angreifer und Selbstmordattentäter zur Mittagszeit den schwer bewachten Gerichtskomplex in Mogadischu. Die Angreifer sollen somalische Militäruniformen getragen haben. 

Bei den rund dreistündigen Kämpfen in dem Gericht sprengten sich dann nach Angaben des Innenministeriums sechs der Angreifer in die Luft, drei wurden demnach erschossen. "Das ganze Gelände ist ein heilloses Chaos", sagte ein Augenzeuge. Somalische Soldaten und Polizisten sowie Mitglieder der Eingreiftruppe der Afrikanischen Union (AMISOM) waren im Einsatz.

Autobombe detonierte vor Geheimdienstgebäude
Kurz nach dem Angriff auf das Gericht explodierte eine Autobombe vor einem Haus des somalischen Geheimdienstes an der Straße zum Flughafen der Stadt. Die Bombe detonierte, als der Konvoi einer türkischen Hilfsorganisation vorbeifuhr, wie ein Augenzeuge berichtete. Fünf Menschen seien dabei getötet worden. Die Polizei sperrte den Anschlagsort ab. Nach Angaben des türkischen Roten Halbmonds ist der somalische Fahrer des Hilfstransports unter den Toten. Drei türkische Mitarbeiter seien leicht verletzt worden.

Al-Shabaab-Milizen hinter Angriffen auf "Ungläubige"
Ein Sprecher der Al-Shabaab-Milizen bekannte sich in einem Anruf bei der Nachrichtenagentur AFP zu den Anschlägen auf "Ungläubige". Die Milizen hatten in jüngster Zeit ihre Angriffe in Mogadischu wieder intensiviert, nachdem AMISOM-Truppen sie im August 2011 aus der Hauptstadt vertrieben hatten. Seit dem Sturz von Machthaber Siad Barre 1991 herrscht in dem Land am Horn von Afrika Bürgerkrieg. In den vergangenen Jahren entwickelte sich Somalia zu einem Rückzugsgebiet für Islamisten und Piraten.

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