Politiker in Japan:

“Sexsklaven waren in Kriegszeiten notwendig”

Ausland
14.05.2013 15:06
Bis zu 200.000 sogenannte Trostfrauen, die vor allem von der koreanischen Halbinsel sowie aus China stammten, mussten sich in Asien in den 1930er- und 1940er-Jahren für Japans Soldaten prostituieren. Nun hat der prominente japanische Politiker Toru Hashimoto (Bild) die von der kaiserlichen Armee zu Kriegszeiten betriebene Sexsklaverei als "notwendig" bezeichnet, um "die Disziplin zu erhalten". Peking reagierte schockiert.

Die in Japan euphemistisch "Trostfrauen" genannten Zwangsprostituierten hätten der Erholung der tapferen Soldaten gedient, erklärte der nationalistische Bürgermeister der Millionenstadt Osaka. "Wenn man Soldaten, die unter Bedingungen, bei denen Kugeln herumfliegen wie Regen und Wind, ihr Leben riskieren, ausruhen lassen will, ist ein System der Trostfrauen notwendig. Das ist jedem Menschen klar", sagte der beim Volk beliebte Hashimoto laut Medienberichten.

Außerdem gebe es keine klaren Beweise, dass das japanische Militär damals die Frauen gezwungen habe, sich zu prostituieren, so der konservative Politiker.

China: Zwangsprostitution war "ein schweres Verbrechen"
China kritisierte die Äußerungen Hashimotos. Die Zwangsprostitution sei "ein schweres Verbrechen" gewesen, erklärte das Außenministerium in Peking am Dienstag und mahnte, Japans Zukunft hänge vom Umgang mit seiner Vergangenheit ab. Historiker schätzen, dass bis zu 200.000 Frauen zu Sexdiensten in den Soldatenbordellen der japanischen Kaiserarmee gezwungen wurden.

Die Regierung in Tokio distanzierte sich von Hashimotos Äußerungen. Außenminister Fumio Kishida sagte, er hoffe, dass dies nicht die Beziehungen mit Südkorea belasten werde.

Besuch bei Kriegsverbrecher-Schrein als umstrittene Tradition
Japans Haltung zu seiner Kriegsgeschichte sorgt bei seinen Nachbarn immer wieder für Entrüstung und Kritik. Erst Ende April besuchten zahlreiche japanische Abgeordnete den umstrittenen Yasukuni-Schrein in Tokio, der auch japanische Kriegsverbrecher ehrt. Südkorea und China reagierten mit scharfer Kritik auf den wiederholten Besuch.

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