Familientragödie
Serbien: 13 Tote bei Amoklauf, Täter schwer verletzt
Unter den Opfern der Tragödie seien sechs Männer, sechs Frauen und ein Kleinkind, teilte die Polizei mit: "Zwölf Menschen wurden auf der Stelle getötet, eine weitere Person erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen. Die Ärzte versuchen nun das Leben der drei Verletzten zu retten - darunter jenes des Täters."
Fast alle Opfer mit Kopfschuss getötet
Dem serbischen Polizeichef Milorad Veljovic zufolge ereignete sich die Bluttat gegen 5 Uhr morgens - Schauplatz waren fünf verschiedene Häuser, in denen nur Familienmitglieder des Schützen lebten. Alle Opfer hätten demnach zum Zeitpunkt des Angriffs geschlafen, fast allen sei in den Kopf geschossen worden.
"Fünf Häuser wurden praktisch ausgelöscht", so der Polizeichef. Der Mann habe für sein Verbrechen eine Pistole benutzt, die er legal besaß. Zuerst habe er auf seinen 42-jährigen Sohn geschossen, dann auf seine Mutter. Bevor er auch noch in den vier anderen Häusern ein Blutbad anrichtete, habe er noch seiner Frau schwere Verletzungen zugefügt. Der Schütze selbst wurde mit einem Kopfschuss im Hof eines der Häuser aufgefunden. Wäre er nicht von einer Polizeistreife daran gehindert worden, hätte er noch weiter gemordet, hieß es vonseiten der Behörden. Denn erst als er die Polizisten sah, habe er die Waffe gegen sich selbst gerichtet.
Polizei tappt beim Motiv noch im Dunkeln
Über das Motiv für die Bluttat herrscht noch Rätselraten. Klar ist derzeit nur, dass der Täter weder strafrechtlich noch psychiatrisch bekannt war. Aus Polizeikreisen hieß es, die Ermittler suchten in der Vergangenheit des Mannes nach Hinweisen auf ein Motiv. In seinem Alltag gebe es hingegen nichts, was auf ein solches Verbrechen hingedeutet hätte.
Veteran aus dem Balkankrieg
Bisher ist nur bekannt, dass der Schütze ein Veteran aus dem Balkankrieg ist. Er habe 1991 im Bürgerkrieg im Grenzgebiet zwischen Serbien und Kroatien gekämpft, teilte Veljovic mit. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dürften sich schwierig gestalten, denn "es gibt fast niemanden mehr, der aussagen kann".
Nachbarn zeigten sich jedenfalls fassungslos, denn der Täter sei ihren Angaben zufolge nie als gewalttätig aufgefallen. Eine Nachbarin beschrieb den Schützen als freundlich und hilfsbereit. "Er war der beste Nachbar", sagte die 60-jährige Stanica Kostadinovic. "Nichts hat darauf hingedeutet, dass so etwas passieren könnte. Die Familie war so friedlich und der Sohn war nett, fleißig und immer hilfsbereit."
Andere Nachbarn berichteten, der schmächtige Mann habe als Arbeiter sein Geld verdient, vor einem Jahr aber seinen Job verloren. Daraufhin habe er sich in der Landwirtschaft verdingt. Der Anrainer Milovan Kostadinovic sagte, der Vater des Schützen habe sich das Leben genommen, als der Täter noch ein Kind war.
Erinnerungen an Bluttat 2007
Der Amoklauf erinnert an eine ähnliche Tat im Jahr 2007: Im Dorf Jabukovac bei Negotin in Ostserbien hatte damals ein 39-jähriger Mann mit seinem Jagdgewehr neun Menschen erschossen. Der Täter war seit vielen Jahren in psychiatrischer Behandlung gewesen.







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