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Selbstmordattentat im Nordkaukasus fordert 17 Tote

09.09.2010, 15:58
Selbstmordattentat im Nordkaukasus fordert 17 Tote
Zum Ende des Fastenmonats Ramadan haben islamische Fundamentalisten in der Konfliktregion Nordkaukasus ein neues Blutbad angerichtet. Selbstmordattentäter zündeten eine Bombe in der christlich geprägten russischen Teilrepublik Nordossetien. Bei dem Anschlag auf einen belebten Markt in der Großstadt Wladikawkas, der Hauptstadt Nordossetiens, wurden mindestens 17 Menschen getötet.

Mehr als 80 weitere sind bei dem Attentat am Donnerstag verletzt worden, als zwei Terroristen in ihrem Auto die Bombe mit einer Sprengkraft von bis zu 40 Kilogramm TNT zündeten. Der Wagen hatte ein Nummernschild der angrenzenden muslimisch geprägten Konfliktrepublik Inguschetien.

Die Explosion am letzten Tag des für die Muslime heiligen Fastenmonats Ramadan beschädigte zahlreiche Gebäude, Dutzende Autos brannten aus. Das russische Staatsfernsehen zeigte Bilder der Verwüstung (siehe Foto).

Höchste Alarmbereitschaft im ganzen Land

Die Sicherheitsvorkehrungen im ganzen Land wurden verschärft. Nach einer anonymen Bombendrohung evakuierten die Behörden in Nordossetien alle Schulen und Kindergärten. Vor sechs Jahren hatten Islamisten im nordossetischen Beslan den bisher folgenschwersten Anschlag in Russland verübt. Damals starben mehr als 330 Menschen, darunter 168 Kinder.

Bereits im März 1999 waren bei einem Anschlag auf den Zentralmarkt von Wladikawkas 52 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt worden. Im November 2008 starben zwölf Menschen, als eine Selbstmordattentäterin sich in der Stadt in die Luft sprengte.

Putin ruft muslimische Bevölkerung zu Mithilfe auf

Präsident Medwedew beorderte seinen Sondergesandten für den Nordkaukasus, Alexander Chloponin, zum Anschlagsort. Sicherheitskräfte konnten eine zweite Bombe entschärfen, die am Eingang zum Markt versteckt war. Auch in der Hauptstadt Moskau wurde die Alarmbereitschaft erhöht.

Die Terroristen wollten mit dem Anschlag Zwietracht säen, sagte Regierungschef Wladimir Putin bei einem Treffen mit dem höchsten muslimischen Geistlichen Russlands. "Wir zählen darauf, dass die muslimische Bevölkerung einen entscheidenden Beitrag zum Kampf (gegen den Terrorismus) leisten wird."    

Rebellen kämpfen für "Kaukasus- Emirat"

In den muslimisch geprägten Konfliktrepubliken im Nordkaukasus - Tschetschenien, Inguschetien und Dagestan - kämpfen islamistische Separatisten gegen kremltreue Einheiten für ein unabhängiges "Kaukasus- Emirat". Die Lage in der Region gerät trotz milliardenschwerer Investitionen und starker Präsenz von Sicherheitskräften zunehmend außer Kontrolle. Mittlerweile steigt die Zahl der Terroranschläge in südrussischen Städten. Die Untergrundkämpfer hatten wiederholt angekündigt, den Terror auf das ganze Land auszuweiten.

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